Beljambe, der Wirt, ehemaliger Küchenchef in Lisieux, sollte gewisse Schüsseln zubereiten. Er stellte einen Kellner. Germaine hatte die Viehmagd zu Hilfe genommen. Marianne, die Magd der Frau Bordin, sollte auch kommen. Mit dem vierten Glockenschlage wurde das Gittertor weit geöffnet, und die beiden Besitzer erwarteten voll Ungeduld ihre Gäste.
Hurel blieb unter dem Buchengange stehen, um seinen Rock wieder anzuziehen. Dann näherte sich der Geistliche, der eine neue Soutane angelegt hatte, und einen Augenblick später kam Herr Foureau in einer Sammetweste. Der Doktor führte seine Frau am Arm, die mühsam vorwärtsschritt, während sie sich mit dem Sonnenschirm schützte. Eine Flut von roten Bändern wogte hinter ihnen, es war die Haube der Frau Bordin, die in einer schönen buntseidenen Robe steckte. Ihre goldene Uhrkette schlug gegen ihre Brust, und ihre Ringe blitzten an ihren beiden Händen, die von schwarzen Halbhandschuhen bedeckt waren. Endlich erschien der Notar, einen Panama auf dem Kopfe, ein Glas im Auge, denn der Beamte ertötete in ihm nicht den Mann von Welt.
Der Salon war so glatt, daß man kaum darin stehen konnte. Die acht Utrechter Sessel standen mit ihren Lehnen an der Wand entlang; ein runder Tisch in der Mitte trug das Likörservice, und über dem Kamin erblickte man das Bild des alten Bouvard. Das im darauf fallenden Licht sichtbar werdende Nachdunkeln des Bildes gab dem Munde einen verzogenen Ausdruck und den Augen einen schielenden Blick, und etwas Schimmel auf den Wangen verstärkte den Eindruck von Koteletten. Die Gäste stellten eine Ähnlichkeit zwischen dem alten Bouvard und seinem Sohne fest, und Frau Bordin fügte hinzu, er müsse ein sehr schöner Mann gewesen sein, wobei sie Bouvard ansah.
Nachdem man eine Stunde gewartet, kündigte Pécuchet an, man könne in den Saal hinübergehen.
Die Vorhänge aus weißem Kattun mit roter Kante waren wie die des Salons vollständig vor die Fenster gezogen, und die Sonne, die den Stoff durchdrang, warf ein blondes Licht über die Wandtäfelung, die als einzigen Schmuck ein Barometer aufwies.
Bouvard setzte die beiden Damen neben sich, Pécuchet den Bürgermeister zu seiner Linken, den Pfarrer zu seiner Rechten, und man machte sich an die Austern. Sie schmeckten moderig. Bouvard war untröstlich, erging sich in Entschuldigungen, und Pécuchet erhob sich, um in der Küche Beljambe eine Szene zu machen.
Die ganze Zeit während der ersten Gänge, die aus einer Scholle, ferner einer Pastete und gedämpften Tauben bestanden, stand die Mostbereitung im Mittelpunkt der Unterhaltung.
Dann kam man auf bekömmliche und unbekömmliche Gerichte. Selbstverständlich wurde der Arzt um Rat gefragt. Seine Beurteilung der Dinge war skeptisch wie die eines Mannes, der auf den Grund der Wissenschaft geblickt hat; er duldete indessen nicht den geringsten Widerspruch.
Zu dem Lendenbraten wurde Burgunder gereicht. Er war trübe. Bouvard, der für dieses ärgerliche Vorkommnis das Spülen der Flasche verantwortlich machte, ließ drei andere ohne größeren Erfolg versuchen und schenkte dann Saint-Julien ein, der augenscheinlich zu jung war, und alle Gäste verstummten. Hurel lächelte ununterbrochen; die schweren Schritte des Kellners dröhnten auf den Fliesen.