Sie vervollkommneten die Mixed-pickles-Bereitung der Frau Bordin, indem sie den Essig mit Pfeffer würzten; und ihre Branntweinpflaumen waren bedeutend vorzuziehen! Durch Mazerieren erhielten sie Himbeer- und Absinth-Ratafia. In einer Bagnolser Tonne wollten sie aus Honig und Engelwurz Malagawein herstellen; und sie unternahmen ebenso die Bereitung des Champagners! Die Chablisflaschen, die vom Weinmost rissig geworden waren, platzten von selbst. Da zweifelten sie nicht mehr am Gelingen.

Ihre Kenntnisse erweiterten sich, und sie argwöhnten infolgedessen überall Fälschungen von Nahrungsmitteln.

Dem Bäcker gegenüber nörgelten sie über die Farbe des Brotes. Sie machten sich den Krämer zum Feinde, indem sie behaupteten, er fälsche seine Schokolade. Sie begaben sich nach Falaise, um Brustbeerenpaste zu verlangen — und vor den Augen des Apothekers unterwarfen sie seine Paste der Probe durch das Wasser. Sie nahm das Aussehen einer Speckschwarte an, was Gelatinegehalt anzeigte.

Nach diesem Triumph wuchs ihr Stolz. Sie erstanden die Gerätschaften eines verkrachten Branntweinbrenners, und bald kamen in das Haus Siebe, kleine Tonnen, Trichter, Schaumlöffel, Seihebeutel und Wagen, ohne eine Mulde mit Kugel und eine Retorte mit einem Helmkühler, welche einen Schmelzofen nebst Rauchfang erforderte, zu zählen.

Sie lernten, wie Zucker geläutert wird, und welche verschiedene Arten man durch Einkochen erzielen kann, den groß- und den kleingeperlten, den Schaumzucker, den aufgegangenen, den schleimigen und den Karamellzucker. Doch es verlangte sie, die Retorte zu gebrauchen; und sie machten sich an die Likörbereitung, wobei sie mit dem Anisschnaps anfingen. Die Flüssigkeit führte fast immer die festen Bestandteile mit, oder diese setzten sich auf dem Grunde fest; dann wieder hatten sie sich in betreff des Mengungsverhältnisses geirrt. Um sie glänzten die großen kupfernen Abdampfschalen, die Kolben streckten ihre spitzen Schnäbel aus, die Pfannen hingen an den Wänden. Oft sortierte der eine Kräuter auf dem Tisch, während der andere die Kanonenkugel in der aufgehängten Mulde bewegte; sie rührten mit den Löffeln um, sie kosteten die Mischungen.

Bouvard, dem immer der Schweiß herunterlief, trug nur Hemd und Hose, welch letztere er mit seinen kurzen Hosenträgern bis zur Magenhöhlung emporgezogen hatte; aber verwirrt wie ein Vogel, vergaß er die Scheidewand des Kolbens, oder er feuerte zu stark.

Pécuchet, unbeweglich in seiner langen Bluse, eine Art Kinderkittel mit Ärmeln, murmelte Berechnungen; und sie hielten sich für sehr ernsthafte Menschen, die sich mit nützlichen Dingen beschäftigten.

Schließlich träumten sie von einem feinen Likör, der alle anderen übertrumpfen sollte. Sie wollten Koriander zusetzen wie beim Kümmel, Kirsch wie beim Maraschino, Ysop wie beim Chartreuse, Bisam wie beim Vespetro, Magenwurz wie beim Krambambuli; und durch Sandelholz sollte er eine rote Farbe erhalten. Doch unter welchem Namen sollten sie ihn in den Handel bringen? Denn man brauchte einen leicht zu behaltenden, aber doch absonderlich klingenden Namen. Nachdem sie lange gesucht hatten, entschlossen sie sich, ihn „Bouvarine“ zu nennen.

Gegen Ende des Herbstes zeigten sich Flecke in den drei Konservengläsern. Die Tomaten und die Erbsen waren verdorben. Sollte das vom Verschluß herrühren? Da quälte sie das Problem des Verschließens. Um neue Methoden zu erproben, fehlte es ihnen an Geld. Ihr Pachthof machte ihnen Kummer.

Mehrere Male hatten sich Pächter zur Übernahme angeboten, Bouvard hatte nichts davon wissen wollen. Aber sein erster Knecht bewirtschaftete den Hof nach seinen Anweisungen mit einem gefährlichen Sparsystem der Art, daß die Ernten geringer wurden, alles dem Untergange entgegenging, und sie sprachen von ihren Verlegenheiten, als Meister Gouy in ihr Laboratorium trat, von seiner Frau begleitet, die sich furchtsam zurückhielt.