Gerassel erscholl auf dem Pflaster in einer wirbelnden Staubwolke. Es waren drei Mietwagen, die in der Richtung auf Bercy davonfuhren. Eine eben getraute junge Frau mit dem Hochzeitsbukett, Bürger in weißer Krawatte, Damen, die bis unter die Achsel in ihre Röcke vergraben waren, zwei bis drei kleine Mädchen und ein Schüler saßen darin. Der Anblick dieser Hochzeitsgesellschaft brachte Bouvards und Pécuchets Unterhaltung auf die Frauen, die sie für frivol, zänkisch und eigensinnig erklärten. Trotzdem seien sie oft besser als die Männer; manchmal seien sie auch schlechter. Kurz, es sei gescheiter, ohne sie zu leben; daher war Pécuchet auch Junggeselle geblieben.
„Was mich betrifft, so bin ich Witwer“, sagte Bouvard, „und kinderlos!“
„Das ist am Ende ein Glück für Sie! Doch die Einsamkeit ist auf die Dauer traurig.“
Dann erschien am Rande des Kais ein Freudenmädchen mit einem Soldaten. Sie war blaß, dunkelhaarig und pockennarbig und stützte sich auf den Arm des Militärs, während sie schleppenden Schrittes die Hüften wiegte.
Als sie vorüber war, erlaubte sich Bouvard eine obszöne Bemerkung. Pécuchet wurde sehr rot und wies, ohne Zweifel, um einer Antwort auszuweichen, mit dem Blick auf einen Priester, der näher kam.
Der Geistliche schritt langsam die Avenue mit den dürren kleinen Ulmen herab, die die Linie des Bürgersteiges anzeigen, und sobald Bouvard den Dreispitz aus den Augen verloren hatte, erklärte er sich für erleichtert, denn er verabscheute die Jesuiten. Ohne sie von ihren Sünden freisprechen zu wollen, zeigte Pécuchet eine gewisse Achtung vor der Religion.
Unterdessen sank die Dämmerung, und gegenüber wurden die Jalousien aufgezogen. Die Vorübergehenden mehrten sich. Es schlug sieben.
Ihre Worte strömten, ohne zu versiegen. Allgemeine Bemerkungen wechselten mit Anekdoten, philosophische Sentenzen mit persönlichen Betrachtungen. Sie ließen kein gutes Haar an der Verwaltung der Brücken- und Wegebauten, an der Tabakregie, dem Handel, dem Theater, an unserer Marine und dem ganzen menschlichen Geschlecht, wie Leute, die große Kränkungen erlitten haben. Jeder glaubte, während er den andern hörte, etwas von sich selbst wiederzufinden, das in Vergessenheit geraten war. Und obgleich sie die Zeit naiver Begeisterungen hinter sich hatten, empfanden sie doch eine ihnen neue Lust, eine Art überströmenden Glücksgefühls, den Reiz zärtlicher Gefühle in ihrem Anfangsstadium.
Zwanzigmal waren sie aufgestanden, hatten sich wieder hingesetzt und waren den Boulevard von der oberen Schleuse bis zur unteren Schleuse hinabgeschritten; jedesmal wollten sie sich trennen und fanden, durch einen Zauber festgehalten, nicht die Kraft dazu.