„Da ein Molekül von A, so nehme ich an, sich mit mehreren Teilen von B verbindet, so scheint mir, daß dieses Molekül sich in ebenso viele Teile teilen muß; doch wenn es sich teilt, hört es auf, Einheit, das ursprüngliche Molekül, zu sein. Kurz, das verstehe ich nicht.“

„Ich auch nicht!“ sagte Bouvard.

Und sie nahmen ihre Zuflucht zu einem weniger schwierigen Werke, dem von Girardin, wo sie die Gewißheit erlangten, daß zehn Liter Luft hundert Gramm wiegen, daß die Bleistifte kein Blei enthalten, und daß der Diamant nur aus Kohlenstoff besteht.

Was sie übermäßig in Verwunderung setzte, war, daß die Erde als Element nicht existiert.

Sie machten sich an die Handhabung des Lötrohrs, befaßten sich mit Gold, Silber, Wäschelauge, dem Verzinnen von Bratpfannen. Dann stürzten sie sich ohne alle Bedenken in die organische Chemie.

Wie wunderbar, bei den lebenden Wesen dieselben Stoffe wiederzufinden, aus denen die Minerale bestehen. Nichtsdestoweniger fühlten sie eine Art von Demütigung bei dem Gedanken, daß ihre Person Phosphor wie die Streichhölzer, Albumin wie das Weiße der Eier, Wasserstoffgas wie die Laternen enthielt.

Nach den Farben und den Fettkörpern kam die Gärung an die Reihe.

Sie brachte sie auf die Säuren, — und das Gesetz des Mengenverhältnisses bereitete ihnen noch einmal Verlegenheit. Sie versuchten, mit der Atomtheorie Licht hinein zu bringen; das verwirrte sie vollends.

Um das alles zu verstehen, hätte man nach Bouvards Ansicht Instrumente haben müssen.

Die Ausgabe war beträchtlich, und sie hatten schon zu viele gehabt.