Bouvards Zimmer, das gut gebohnt und mit Vorhängen von Perkal und Mahagonimöbeln ausgestattet war, erfreute sich eines Balkons, der auf den Fluß hinabsah. Seine beiden Hauptzierden waren ein Likörservice mitten auf der Kommode und am Spiegel entlang Daguerreotypien seiner Freunde; ein Ölgemälde hing im Alkoven.
„Mein Onkel!“ sagte Bouvard.
Und ein Leuchter, den er hielt, erhellte einen Herrn.
Ein roter Backenbart verbreiterte sein Gesicht, das ein sich kräuselnder Haarschopf krönte. Er steckte in einer hohen Halsbinde mit dem dreifachen Hemdkragen, der Samtweste und dem schwarzen Rock. Auf der Hemdkrause waren Diamanten angebracht. Seine Augen wurden durch die Backen zusammengedrängt, und seine Züge zeigten ein leicht spöttisches Lächeln.
Pécuchet konnte nicht umhin zu sagen:
„Man könnte ihn für Ihren Vater halten!“
„Es ist mein Pate,“ erwiderte Bouvard nachlässig, indem er hinzufügte, er heiße mit seinen Taufnamen François Denys Bartholomée. Diejenigen Pécuchets waren Juste Romain Cyrille — und sie hatten dasselbe Alter: siebenundvierzig Jahre. Dieser Zufall machte ihnen Freude, obgleich er sie überraschte, denn jeder hatte den andern für bedeutend älter gehalten. Dann bewunderten sie die Vorsehung, deren Wege oft merkwürdig seien.
„Denn schließlich, wären wir vorhin nicht ausgegangen, um einen Spaziergang zu machen, so hätten wir sterben können, ohne einander kennenzulernen.“
Und nachdem jeder dem andern die Adresse seines Hauswirtes gegeben hatte, wünschten sie einander gute Nacht.