Das gleiche Werk gibt Verhaltungsmaßregeln: „Die Sprache des Landes, das man besuchen will, soll man können,“ — sie konnten sie. „Eine bescheidene Haltung bewahren,“ — das pflegten sie zu tun. „Nicht zu viel Geld bei sich zu haben,“ nichts einfacher als das. Um sich schließlich alle möglichen Verlegenheiten zu ersparen, ist es gut, „sich für einen Ingenieur auszugeben.“
„Schön! Das werden wir tun!“
So vorbereitet begannen sie ihre Streifzüge, waren oft acht Tage lang abwesend, verbrachten ihr Leben in der frischen Luft.
Bald bemerkten sie an den Ufern der Orne in einem Einschnitt Felswände, deren schräge Platten zwischen Pappeln und Heidekraut emporragten, oder sie waren verstimmt, weil sie den ganzen Weg entlang nur Tonlager antrafen. In einer Landschaft bewunderten sie weder die Aufeinanderfolge der Prospekte, noch die Tiefe des Hintergrundes, noch die wellenförmigen grünen Erhebungen, sondern das, was man nicht sah, was darunter war, die Erde; und alle Hügel waren für sie noch ein Beweis der Sündflut. Der Leidenschaft für die Sündflut folgte die für die erratischen Blöcke. Die dicken, einzeln auf dem Gelände liegenden Steine mußten von verschwundenen Gletschern herrühren, und sie suchten nach Moränen und Muschelerde.
Mehrere Male nahm man sie wegen ihrer Ausstaffierung für Hausierer, und wenn sie geantwortet hatten, sie seien „Ingenieure“, packte sie die Angst: die widerrechtliche Aneignung eines solchen Titels konnte ihnen Unannehmlichkeiten zuziehen.
Gegen Ende des Tages keuchten sie unter dem Gewicht ihrer Proben, aber beharrlich trugen sie sie nach Haus. Es gab ihrer auf den Stufen der Treppe, in den Zimmern, im Eßsaal, in der Küche, und Germaine jammerte über die Menge Staub.
Es war keine kleine Arbeit, vor dem Aufkleben der Etiketten die Namen der Gesteine festzustellen. Die Mannigfaltigkeit der Farben und des Gemenges ließ sie Ton und Mergel, Granit und Gneis, Quarz und Kalkstein miteinander verwechseln.
Und dann ärgerte sie die Benennung. Warum devonisch, kambrisch, jurassisch, als ob die so bezeichneten Erden nicht auch anderswo als in Devonshire, bei Cambridge und im Jura zu finden wären? Unmöglich, sich darin auszukennen; was hier System, ist dort Sohle, wieder anderswo eine bloße Schicht. Die Blätter der Lager vermischen sich, gehen ineinander über; doch Omalius d’Halloy erklärt, man müsse nicht an die geologischen Einteilungen glauben.
Diese Erklärung erleichterte sie, und als sie in der Ebene von Caen Kalkstein mit Polypengehäusen, Tonschiefer in Balleroy, Kaolin zu Saint-Blaise, Rogenstein an allen Orten gesehen und Steinkohle zu Cartigny und Quecksilber zu la Chapelle-en-Juger bei Saint-Lô gesucht hatten, beschlossen sie einen weiteren Ausflug, eine Reise nach le Havre, um den Feuerstein und den Ton von Kimmeridge zu erforschen.
Kaum hatten sie das Boot verlassen, so fragten sie nach dem Wege, der zu den Leuchttürmen führt; Erdrutsche versperrten ihn, es war gefährlich, sich dorthin zu wagen.