Bouvard sah Europa von einem Abgrund verschlungen.

„Nimm an,“ sagte Pécuchet, „daß ein Erdbeben unter dem Kanal stattfindet; die Wassermassen strömen ins Atlantische Meer; die Küsten von Frankreich und England, in ihren Grundfesten wankend, neigen sich, vereinigen sich, und, klitsch, klatsch, alles, was dazwischen liegt, ist zermalmt.“

Anstatt zu antworten, begann Bouvard so schnell zu gehen, daß er bald Pécuchet hundert Schritt hinter sich ließ. Als er allein war, ängstigte ihn der Gedanke einer Erdumwälzung. Er hatte seit dem Morgen nichts mehr genossen; seine Schläfen hämmerten. Plötzlich schien ihm der Boden zu zittern und die Klippe über ihm mit der Spitze zu schwanken. In demselben Augenblick rollte von oben ein Kiesregen herab.

Pécuchet sah, wie er mit allen Kräften davonrannte, begriff seine Furcht, schrie ihm von weitem zu:

„Halt! halt! Die Periode ist noch nicht abgelaufen.“

Und um ihn wiedereinzuholen, machte er, seinen Touristenstock in der Hand, ungeheure Sätze, während er brüllte:

„Die Periode ist noch nicht abgelaufen! Die Periode ist noch nicht abgelaufen!“

Bouvard lief wie wahnsinnig weiter. Der vielarmige Schirm fiel hin, die Schöße seines Rockes flogen im Winde, der Tornister baumelte auf seinem Rücken. Er glich einer geflügelten Schildkröte, die zwischen den Felsen herumrannte; ein größerer Block entzog ihn Pécuchets Blicken.

Pécuchet kam atemlos dort an, sah niemand, rannte zurück, um an einer niedrigen Stelle des Abhanges, an der Bouvard jedenfalls heraufgeklettert war, auf die Felder zu gelangen.

Dieser steile, enge Anstieg war in großen Stufen in die Klippe geschnitten, hatte Raum für zwei Menschen und leuchtete wie polierter Alabaster.