„Warum hast du eigentlich das Angebot des Herrn Boulanger abgelehnt? Es war doch sehr liebenswürdig!“

Emma tat, als ob sie schmollte; sie wußte nicht gleich, was sie sagen sollte, und schließlich erklärte sie, die Leute könnten es „komisch“ finden.

„Ich pfeif auf die Leute!“ sagte Karl und machte eine verächtliche Gebärde. „Die Gesundheit ist tausendmal mehr wert! Das war nicht richtig von dir!“

„Aber ich habe doch auch kein Reitkleid!“

„Dann mußt du dir eins bestellen!“

Das Reitkleid gab den Ausschlag.

Als es fertig war, schrieb Bovary an Boulanger, seine Frau stehe ihm zur Verfügung. Sie nähme sein gütiges Anerbieten an.

Andern Tags um zwölf Uhr hielt Rudolf mit zwei Reitpferden vor dem Hause des Arztes. Das eine trug einen Damensattel aus Wildleder und einen roten Stirnriemen. Er selbst hatte hohe Reitstiefel aus feinstem weichen Leder an. Er nahm an, daß Emma solche gewiß noch nie gesehen hatte; und in der Tat war sie über sein Aussehen entzückt, als sie ihn in seinem langen dunkelbraunen Samtrock und den weißen Breeches an der Türe erblickte. Sie hatte auf ihn gewartet und war bereit.

Justin stahl sich aus der Apotheke. Er mußte sie sehen. Auch den Apotheker litt es nicht in seinem Laden. Er gab Rudolf allerlei gute Ratschläge.

„Es passiert so leicht ein Malheur!“ sagte er. „Reiten Sie vorsichtig! Sind die Tiere fromm?“