Emma bekam keine Luft.
„Und dann möcht ich noch ...“
„Will er denn ewig hier bleiben!“ seufzte sie bei sich.
„... je ein Lot Kolophonium und Terpentin, acht Lot gelbes Wachs und sieben Lot Knochenkohle, bitte! Zum Polieren meines Lederzeugs.“
Der Apotheker wollte gerade das Wachs abschneiden, als seine Frau erschien, die kleine Irma im Arme, Napoleon zur Seite, und Athalia hinterdrein. Sie setzte sich auf die mit Plüsch überzogene Fensterbank. Der Junge lümmelte sich auf einen niedrigen Sessel, während sich seine ältere Schwester am Kasten mit den Malzbonbons zu schaffen machte, in nächster Nähe von „Papachen“, der mit dem Trichter hantierte, die Fläschchen verkorkte, Etiketten darauf klebte und dann alles zu einem Paket verpackte. Um ihn herrschte Schweigen. Man hörte nichts, als von Zeit zu Zeit das Klappern der Gewichte auf der Wage und ein paar leise anordnende Worte, die der Apotheker dem Lehrling erteilte.
„Wie gehts Ihrem Töchterchen?“ fragte plötzlich Frau Homais.
„Ruhe!“ rief ihr Gatte, der den Betrag in das Geschäftsbuch eintrug.
„Warum haben Sies nicht mitgebracht?“ fragte sie weiter.
„Sst! Sst!“ machte Emma und wies mit dem Daumen nach dem Apotheker.
Binet, der in die erhaltene Nota ganz vertieft war, schien nicht darauf gehört zu haben. Endlich ging er. Erleichtert stieß Emma einen lauten Seufzer aus.