„Ich möchte ein Lot Vitriol.“

„Justin,“ schrie der Apotheker, „bring mir mal die Schwefelsäure her!“ Dann wandte er sich zu Frau Bovary, die die Treppe zum Zimmer von Frau Homais hinaufgehen wollte.

„Ach, bleiben Sie nur gleich unten! Meine Frau kommt jeden Augenblick herunter. Wärmen Sie sich inzwischen am Ofen ... Entschuldigen Sie!“ Und zu Bovary sagte er: „Guten Abend, Doktor!“ Der Apotheker pflegte nämlich diesen Titel mit einer gewissen Vorliebe in den Mund zu nehmen, als ob der Glanz, der darauf ruhte, auch auf ihn ein paar Strahlen würfe. „Justin, nimm dich aber in acht und wirf mir die Mörser nicht um! So! Und nun holst du ein paar Stühle aus dem kleinen Zimmer! Aber nicht etwa die Fauteuils aus dem Salon! Verstanden?“

Homais wollte selber zu seinen Fauteuils stürzen, aber Binet bat noch um ein Lot Zuckersäure.

„Zuckersäure?“ fragte der Apotheker eingebildet. „Kenne ich nicht! Gibt es nicht! Sie meinen wahrscheinlich Oxalsäure? Also Oxalsäure, nicht wahr?“

Der Steuereinnehmer setzte ihm auseinander, daß er nach einem selbsterfundenen Rezepte ein Putzwasser herstellen wollte, zur Reinigung von verrostetem Jagdgerät.

Bei dem Wort „Jagd“ schrak Emma zusammen.

Der Apotheker versetzte:

„Gewiß! Bei solch schlechtem Wetter braucht man das!“

„Es gibt aber doch Leute, die es nicht anficht!“ meinte Binet bissig.