„Gut!“ meinte Emma. „Holen Sie sichs!“

„Ach was! Das hab ich nur so gesagt!“ entgegnete er. „Indessen um den Reitstock tuts mir wirklich leid! Bei Gott, den werd ich mir vom Herrn Doktor zurückgeben lassen!“

„Um Gottes willen!“ rief sie aus.

„Warte nur! Dich hab ich!“ dachte Lheureux bei sich.

Jetzt war er seiner Vermutung sicher. Indem er sich entfernte, lispelte er in seinem gewohnten Flüstertone vor sich hin:

„Na, wir werden ja sehen! Wir werden ja sehen!“

Frau Bovary grübelte gerade darüber nach, wie sie diese Geschichte in Ordnung bringen könne, da kam das Mädchen und legte eine kleine in blaues Papier verpackte Geldrolle auf den Kamin. Eine Empfehlung von Herrn Derozerays. Emma sprang auf und brach die Rolle auf. Es waren dreihundert Franken in Napoleons, das schuldige Honorar. Karls Tritte wurden draußen auf der Treppe hörbar. Sie legte das Gold rasch in die Schublade und steckte den Schlüssel ein.

Drei Tage darauf erschien Lheureux abermals.

„Ich möchte Ihnen einen Vergleich vorschlagen“, sagte er. „Wollen Sie mir nicht statt des baren Geldes lieber ...“

„Hier haben Sie Ihr Geld!“ unterbrach sie ihn und zählte ihm vierzehn Goldstücke in die Hand.