Anfangs unterhielten sie sich von Emmas Krankheit. Sie versuchte mehrfach, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, indem sie die Bemerkung machte, sie fürchte, Herrn Leo könne das langweilen. Darauf erzählte dieser, er müsse sich in Rouen zwei Jahre tüchtig auf die Hosen setzen, um sich in die hiesige Rechtspflege einzuarbeiten. In der Normandie mache man alles anders als in Paris. Dann erkundigte er sich nach der kleinen Berta, nach der Familie Homais, nach der Löwenwirtin. Mehr konnten sie sich in Karls Gegenwart nicht sagen, und so stockte die Unterhaltung.

Aus der Oper kommende Leute gingen vorüber, laut pfeifend und trällernd:

‚O Engel reiner Liebe!‘

Leo kehrte den Kunstkenner heraus und begann über Musik zu sprechen. Er habe Tamburini, Rubini, Persiani, Crisi gehört. Im Vergleich mit denen sei Lagardy trotz seiner großen Erfolge gar nichts.

Karl, der sein Sorbett mit Rum in ganz kleinen Dosen vertilgte, unterbrach ihn:

„Aber im letzten Akt, da soll er ganz wunderbar sein! Ich bedaure, daß ich nicht bis zu Ende drin geblieben bin. Es fing mir grade an zu gefallen!“

„Demnächst gibts ja eine Wiederholung!“ tröstete ihn Leo.

Karl erwiderte, daß sie am nächsten Tage wieder nach Hause müßten. „Es sei denn,“ meinte er, zu Emma gewandt, „du bliebst allein hier, mein Herzchen?“

Bei dieser unerwarteten Aussicht, die sich seiner Begehrlichkeit bot, änderte der junge Mann seine Taktik. Nun lobte er das Finale des Sängers. Er sei da köstlich, großartig!

Von neuem redete Karl seiner Frau zu: