„Hol uns eine Droschke!“

Der Knabe rannte über den Platz, während sie ein paar Minuten allein dastanden. Sie sahen einander an und waren ein wenig verlegen.

„Leo ... wirklich ... ich weiß nicht ... ob ich darf!“ Es klang wie Koketterie. In ernstem Tone setzte sie hinzu: „Es ist sehr unschicklich, wissen Sie das?“

„Wieso?“ erwiderte der Adjunkt. „In Paris macht mans so!“

Dieses eine Wort bestimmte sie wie ein unumstößliches Argument. Aber der Wagen kam nicht. Leo fürchtete schon, sie könne wieder in die Kirche gehen. Endlich erschien die Droschke.

„Fahren Sie wenigstens noch ans Nordportal!“ rief ihnen der Schweizer nach. „Und sehen Sie sich ‚Die Auferstehung‘, das ‚Jüngste Gericht‘, den ‚König David‘ und ‚Die Verdammten in der Hölle‘ an!“

„Wohin wollen die Herrschaften?“ fragte der Kutscher.

„Fahren Sie irgendwohin!“ befahl Leo und schob Emma in den Wagen.

Das schwerfällige Gefährt setzte sich in Bewegung.

Der Kutscher fuhr durch die Großebrückenstraße, über den Platz der Künste, den Kai Napoleon hinunter, über die Neue Brücke und machte vor dem Denkmal Corneilles Halt.