„Nicht wie dich!“ fügte sie schnell hinzu und schwor beim Haupte ihres Kindes, daß es „zu nichts gekommen“ sei.

Der junge Mann glaubte ihr, fragte sie aber doch, wo der Betreffende jetzt sei.

„Er war Schiffskapitän, mein Lieber!“

Log sie das, um jede Nachforschung zu vereiteln oder um sich ein gewisses Ansehen zu verleihen, dieweil ein kriegerischer und gewiß vielumworbener Mann zu ihren Füßen gelegen haben sollte?

In der Tat empfand der Adjunkt etwas wie das Bewußtsein der Inferiorität. Am liebsten hätte er gleichfalls Epauletten, Orden und Titel getragen. Alle diese Dinge mußten ihr gefallen, das sah er deutlich an ihrem Hang zum Luxus.

Dabei verschwieg ihm Emma noch einen großen Teil ihrer ins Großartige gehenden Wünsche; zum Beispiel, daß sie gern einen blauen Tilbury mit einem englischen Vollblüter und einem Groom in schicker Livree gehabt hätte, um in Rouen spazieren zu fahren. Diesen Einfall verdankte sie Justin, der sie einmal flehentlich gebeten hatte, ihn als Diener in ihren Dienst zu nehmen. Wenn die Nichterfüllung dieser Laune ihr auch die Seligkeit des Wiedersehns nicht weiter trübte, so verschärfte sie doch zweifellos die Bitterkeit der Trennung.

Oft, wenn sie zusammen von Paris plauderten, sagte sie leise:

„Ach, wenn wir dort leben könnten!“

„Sind wir denn nicht glücklich?“ erwiderte Leo zärtlich und strich mit der Hand liebkosend über ihr Haar.

„Doch! Du hast recht! Ich bin töricht. Küsse mich!“