Gegen ihren Gatten war sie jetzt liebenswürdiger denn je. Sie bereitete ihm seine Lieblingsgerichte und spielte ihm nach Tisch Walzer vor. Er hielt sich für den glücklichsten Mann der Welt. Emma lebte in völliger Sorglosigkeit. Aber eines Abends sagte er plötzlich:
„Nicht wahr, du hast doch bei Fräulein Lempereur Stunden?“
„Ja!“
„Merkwürdig! Ich habe sie heute bei Frau Liégeard getroffen und sie nach dir gefragt. Sie kennt dich gar nicht.“
Das traf sie wie ein Blitzstrahl. Trotzdem erwiderte sie unbefangen:
„Mein Name wird ihr entfallen sein.“
„Oder es gibt mehrere Lehrerinnen dieses Namens in Rouen, die Klavierstunden geben“, meinte Karl.
„Das ist auch möglich!“
Plötzlich sagte Emma:
„Aber ich habe ja ihre Quittungen. Wart mal! Ich werde dir gleich eine bringen.“