„Ich beschwöre Sie, bester Herr Lheureux! Nur ein paar Tage Zeit!“
Sie schluchzte.
„Donnerwetter! Gar noch Tränen!“
„Sie bringen mich zur Verzweiflung!“ jammerte sie.
„Mir auch egal!“
Er machte die Türe zu.
Siebentes Kapitel
Mit stoischem Gleichmut empfing Emma am andern Tage den Gerichtsvollzieher Hareng und seine zwei Zeugen, als sie sich einstellten, um das Pfändungsprotokoll aufzusetzen.
Sie begannen in Bovarys Sprechzimmer. Den phrenologischen Schädel schrieben sie indessen nicht mit in das Sachenverzeichnis. Sie erklärten ihn als zur Berufsausübung nötig. Aber in der Küche zählten sie die Schüsseln, Töpfe, Stühle und Leuchter, und in ihrem Schlafzimmer die Nippsachen auf dem Wandbrette. Sie durchstöberten ihren Kleidervorrat, ihre Wäsche. Sogar der Klosettraum war vor ihnen nicht sicher. Emmas Existenz ward bis in die heimlichsten Einzelheiten — wie ein Leichnam in der Anatomie — den Blicken der drei Männer preisgegeben. Der Gerichtsvollzieher, der einen fadenscheinigen schwarzen Rock, eine weiße Krawatte und Stege an den straffen Beinkleidern trug, wiederholte immer wieder:
„Sie erlauben, gnädige Frau! Sie erlauben!“