„Nein, du irrst dich!“

Da fuhr er ihr mit der Hand zart, wie liebkosend, bis in die Magengegend und drückte da. Sie stieß einen schrillen Schrei aus. Er wich erschrocken zurück.

Dann begann sie zu wimmern, zuerst nur leise. Ein Schüttelfrost überfiel sie. Sie wurde bleicher als das Bettuch, in das sich ihre Finger krampfhaft einkrallten. Ihr unregelmäßiger Pulsschlag war kaum noch fühlbar. Kalte Schweißtropfen rannen über ihr bläulich gewordnes Gesicht; etwas wie ein metallischer Ausschlag lag über ihren erstarrten Zügen. Die Zähne schlugen ihr klappernd aufeinander. Ihre erweiterten Augen blickten ausdruckslos umher. Alle Fragen, die man an sie richtete, beantwortete sie nur mit Kopfnicken. Zwei- oder dreimal lächelte sie freilich. Allmählich wurde das Stöhnen heftiger. Ein dumpfes Geheul entrang sich ihr. Dabei behauptete sie, daß es ihr besser gehe und daß sie sofort aufstehen würde.

Sie verfiel in Zuckungen. Sie schrie:

„Mein Gott, ist das gräßlich!“

Karl warf sich vor ihrem Bett auf die Knie.

„Sprich! Was hast du gegessen? Um Gottes willen, antworte mir!“

Er sah sie an mit Augen voller Zärtlichkeit, wie Emma keine je geschaut hatte.

„Ja ... da ... da ... lies!“ stammelte sie mit versagender Stimme.

Er stürzte zum Schreibtisch, riß den Brief auf und las laut: