„Der Blinde!“ schrie sie.
Sie brach in Lachen aus, in ein furchtbares, wahnsinniges, verzweifeltes Lachen, weil sie in ihrer Phantasie das scheußliche Gesicht des Unglücklichen sah, wie ein Schreckgespenst aus der ewigen Nacht des Jenseits ...
‚Der Wind, der war so stark ... O weh!
Hob ihr die Röckchen in die Höh.‘
Ein letzter Krampf warf sie in das Bett zurück. Alle traten hinzu. Sie war nicht mehr.
Zehntes Kapitel
Nach dem Tode eines Menschen sind die Umstehenden immer wie betäubt. So schwer ist es, den Hereinbruch des ewigen Nichts zu begreifen und sich dem Glauben daran zu ergeben. Karl aber, als er sah, daß Emma unbeweglich dalag, warf sich über sie und schrie:
„Lebwohl! Lebwohl!“
Homais und Canivet zogen ihn aus dem Zimmer.
„Fassen Sie sich!“
„Ja!“ rief er und machte sich von ihnen los. „Ich will vernünftig sein! Ich tue ja nichts. Aber lassen Sie mich! Ich muß sie sehen! Es ist meine Frau!“