Er weinte.
„Weinen Sie nur!“ sagte der Apotheker. „Lassen Sie der Natur freien Lauf! Das wird Sie erleichtern!“
Da wurde Karl schwach wie ein Kind und ließ sich in die Große Stube im Erdgeschoß hinunterführen. Homais ging bald darnach in sein Haus zurück.
Auf dem Markte wurde er von dem Blinden angesprochen, der sich bis Yonville geschleppt hatte, um die Salbe zu holen. Jeden Vorübergehenden hatte er gefragt, wo der Apotheker wohne.
„Großartig! Als wenn ich gerade jetzt nicht schon genug zu tun hätte! Bedaure! Komm ein andermal!“
Er verschwand schnell in seinem Hause.
Er hatte zwei Briefe zu schreiben, einen beruhigenden Trank für Bovary zu brauen und ein Märchen zu ersinnen, um Frau Bovarys Vergiftung auf eine möglichst harmlose Weise zu erklären. Er wollte einen Artikel für den „Leuchtturm von Rouen“ daraus machen. Außerdem wartete eine Menge neugieriger Leute auf ihn. Alle wollten Genaueres wissen. Nachdem er mehreremals wiederholt hatte, Frau Bovary habe bei der Zubereitung von Vanillecreme aus Versehen Arsenik statt Zucker genommen, begab er sich abermals zu Bovary.
Er fand ihn allein. Canivet war eben fortgefahren. Karl saß im Lehnstuhl am Fenster und starrte mit blödem Blick auf die Dielen.
„Wir müssen die Stunde für die Feierlichkeit festsetzen!“ sagte der Apotheker.
„Wozu? Für was für eine Feierlichkeit?“ Stammelnd und voll Grauen fügte er hinzu: „Nein, nein ... nicht wahr? Ich darf sie dabehalten?“