Dann trat Schweigen ein. Sie sahen sich beide an, und ihre Gedanken, von gleichem Bangen durchwoben, schmiegten sich aneinander wie zwei klopfende Herzen.

„Ich möchte Berta gern einen Abschiedskuß geben“, sagte Leo.

Emma ging hinaus, ein paar Stufen hinunter, und rief Felicie. Leo warf schnell einen heißen Blick auf die Wände, die Möbel, den Kamin, als wollte er alles umfassen, alles mit sich nehmen. Aber da war sie auch schon wieder im Zimmer. Das Mädchen brachte die kleine Berta, die einen Hampelmann an einem Faden in der Hand hielt, verkehrt, den Kopf nach unten.

Leo küßte die Kleine ein paarmal auf die Stirn.

„Lebwohl, armes Kind! Lebwohl, liebes Bertchen! Lebwohl!“

Er gab das Kind der Mutter zurück.

„Bring sie weg!“ befahl Emma.

Sie waren wiederum allein.

Frau Bovary wandte Leo den Rücken zu und preßte ihr Gesicht gegen eine Fensterscheibe. Er hielt seine Reisemütze in der Hand und schlug damit leise gegen seinen Schenkel.

„Es wird wohl regnen“, bemerkte Emma.