Alles ruhte in seltsamer Stille und Ermattung. Zwischen den Soldaten, dicht an den Zelten, schliefen halbnackte Männer, auf dem Rücken liegend oder die Stirn auf den Arm gelegt, der auf ihrem Panzer ruhte. Einige wickelten blutige Binden von ihren Beinen. Sterbende rollten sacht den Kopf. Andre schleppten sich umher und brachten ihnen zu trinken. In den engen Lagergassen gingen die Posten auf und ab, um sich zu erwärmen, oder sie standen mit der Lanze an der Schulter in trotziger Haltung da, die Augen nach dem Horizont gerichtet. Matho fand Spendius unter einer zerrissenen Leinwand, die über zwei in die Erde gerammten Stöcke gespannt war. Er saß da, die Hände um die Knie geschlungen, mit gesenktem Haupte.
Lange verharrten beide in Stillschweigen.
Endlich murmelte Matho: »Besiegt!«
»Ja, besiegt!« wiederholte Spendius dumpf.
Auf alle weiteren Fragen antwortete er nur mit verzweifelten Gebärden.
Stöhnen und Röcheln drang bis zu ihnen. Matho schlug die Leinwand zurück. Der Anblick der Soldaten gemahnte ihn an ein andres Unglück an nämlicher Stätte, und zähneknirschend rief er aus:
»Elender! Schon einmal ...«
»Damals warst du auch nicht da!« unterbrach ihn Spendius.
»Ein Fluch lastet auf mir!« klagte Matho. »Aber am Ende werd ich ihn doch erreichen! Ihn besiegen! Ihn töten! Ach, wär ich dagewesen!«
Der Gedanke, die Schlacht verfehlt zu haben, erbitterte ihn noch mehr als die Niederlage an sich. Er riß sein Schwert ab und schleuderte es zu Boden.