Zwei Neger mit Harzfackeln standen an beiden Seiten der Zelttür. Matho schlug hastig die Leinwand zurück. Salambo folgte ihm.

Es war ein längliches Zelt mit einem Mast in der Mitte. Eine große Lampe in Form einer Lotosblüte erleuchtete es. Sie war bis zum Rande mit gelbem Öl gefüllt. Dicke Wergflocken schwammen darauf. Im Dunkel erkannte man blinkendes Kriegsgerät. Ein bloßes Schwert lehnte neben einem Schilde an einem Schemel. Peitschen aus Flußpferdhaut, Zimbeln, Schellen und Halsketten lagen bunt durcheinander auf geflochtenen Körben. Schwarze Brotkrumen bedeckten eine Filzdecke. In einer Ecke auf einer runden Steinplatte lagen Kupfermünzen nachlässig aufgehäuft, und durch die Risse in der Leinwand blies der Wind von draußen Staub und den Geruch der Elefanten herein, die man fressen und mit ihren Ketten rasseln hörte.

»Wer bist du?« fragte Matho.

Salambo blickte sich langsam nach allen Seiten um, ohne zu antworten. Dann wandten sich ihre Augen nach dem Hintergrund des Zeltes und blieben auf einem bläulich glitzernden Gegenstand haften, der über einem Lager aus Palmzweigen hing. Sofort schritt sie darauf zu. Ein Schrei entfuhr ihr. Matho blieb hinter ihr und stampfte mit dem Fuße.

»Was führt dich her? Wozu kommst du?«

Sie wies auf den Zaimph und erwiderte:

»Um das da zu holen!«

Mit der andern Hand riß sie den Schleier von ihrem Gesicht. Matho wich zurück, betroffen, fast erschrocken, die Arme nach hinten gestreckt.

Sie fühlte sich von göttlicher Kraft beseelt. Auge in Auge schaute sie ihn an und forderte den Zaimph. Sie verlangte ihn zurück mit beredten hochmütigen Worten.

Matho hörte nicht. Er betrachtete sie. Ihre Gewänder waren in seinen Augen eins mit ihrem Leibe. Die schillernden Stoffe waren ihm ebenso wie ihre schimmernde Haut etwas ganz Besonderes, das nur ihr eigen war. Ihre Augen blitzten im Feuer ihrer Diamanten, und der Glanz ihrer Fingernägel war der Widerschein der funkelnden Steine, die ihre Finger umstrahlten. Die beiden Spangen ihrer Tunika zwängten ihren Busen ein wenig in die Höhe und preßten die beiden Brüste näher aneinander. Mathos Gedanken verloren sich in dem engen Raume zwischen diesen beiden Hügeln, wo an einer Schnur ein smaragdbesetztes Medaillon herabhing. Etwas tiefer lugte es unter der violetten Gaze hervor. Als Ohrgehänge trug sie zwei kleine Schalen aus Saphir, deren jede eine hohle, mit wohlriechender Flüssigkeit gefüllte Perle trug. Durch winzige Löcher in den Perlen sickerte von Zeit zu Zeit ein Tröpfchen des Parfüms herab und benetzte ihre nackten Schultern. Matho sah eins fallen.