Sie fuhr fort:

»Ich sah dich eines Abends im Schein meiner brennenden Gärten, zwischen rauchenden Bäumen und meinen erschlagenen Sklaven, und deine Wut war so groß, daß du auf mich lossprangst und ich fliehen mußte! Dann ist der Schrecken in Karthago eingezogen. Man schrie über die Verwüstung der Städte, die Verheerung der Äcker, das Hinmorden von Soldaten, – und du, du hattest verwüstet, verheert, gemordet! Ich hasse dich! Der bloße Klang deines Namens frißt an mir wie bittere Reue! Du bist verfluchter als die Pest, als der Krieg mit Rom! Die Provinzen zittern vor deinem Zorn, die Felder sind voller Toten. Ich bin der Spur deiner Brandfackeln gefolgt, als ob ich hinter Moloch herginge!«

Matho sprang auf. Ungeheurer Stolz schwellte sein Herz. Er fühlte sich erhaben wie ein Gott.

Mit bebenden Nasenflügeln und zusammengepreßten Zähnen fuhr sie fort:

»Als ob dein Tempelraub nicht schon genug wäre, kamst du zu mir, während ich schlief, in den Zaimph gehüllt. Deine Worte habe ich nicht verstanden, aber ich habe wohl gefühlt, daß du mich zu etwas Schändlichem verführen, mich in einen Abgrund stürzen wolltest ...«

Matho rang die Hände und rief:

»Nein, nein! Ich wollte ihn dir schenken! Ihn dir zurückgeben! Mir war, als hätte die Göttin ihr Gewand für dich hergegeben, als gehörte es dir! In ihrem Tempel oder in deinem Hause, – ist das nicht dasselbe? Bist du nicht allmächtig, rein, glänzend und schön wie Tanit?«

Und mit einem Blick voll unendlicher Anbetung fuhr er fort:

»Vielleicht bist du Tanit selbst!«

»Ich, Tanit?« flüsterte Salambo wie zu sich selbst.