»Ach, armer kleiner Hannibal! O mein Sohn! Mein Trost! Meine Hoffnung! Mein Leben! Tötet mich mit! Nehmt auch mich! Wehe! Wehe!«
Er zerriß sich das Gesicht mit den Nägeln, raufte sich die Haare und heulte wie die Klageweiber bei einem Begräbnisse.
»Führt ihn doch fort! Ich leide zu sehr! Geht! Fort! Tötet mich wie ihn!«
Die Schergen Molochs waren betroffen, den großen Hamilkar so schwach zu sehen. Sie wurden fast gerührt.
Da hörte man den Tritt nackter Füße und ein stoßweises Röcheln, das dem Schnaufen eines heranjagenden wilden Tieres glich. Auf der Schwelle der Haupttüre erschien der bleiche, verstörte Mensch, streckte die Arme aus und schrie:
»Mein Kind!«
Hamilkar warf sich mit einem Satz auf den Sklaven, verschloß ihm den Mund mit seinen Händen und überschrie ihn:
»Das ist der alte Mann, der meinen Sohn erzogen hat! Er nennt ihn sein Kind! Er wird wohl nun seinen Verstand ganz verlieren! Machen wir ein Ende!«
Damit drängte er die drei Priester und ihr Opfer an den Schultern zum Ausgang, trat mit ihnen hinaus und warf die Tür hinter sich mit einem mächtigen Fußtritt zu.
Eine Weile noch lauschte er aufmerksam, denn er fürchtete, die drei könnten zurückkommen. Dann dachte er daran, den Sklaven zu beseitigen, um seines Schweigens sicher zu sein. Die Gefahr war noch nicht völlig vorüber, aber ein Mord konnte durch den Zorn der Götter auf das Haupt seines Sohnes zurückfallen. Da änderte er seinen Plan und sandte dem Sklaven durch Taanach die besten Speisen aus der Küche: ein Stück Bockfleisch, Bohnen und eingemachte Granatäpfel. Der Unglückliche, der lange nichts gegessen hatte, stürzte sich darauf. Seine Tränen fielen in die Schüsseln.