Hamilkar sagte zu den letzteren:
»Schmiedet Schwerter! Schmiedet immerfort! Ich werde sie brauchen!«
Dabei zog er aus seinem Busen das giftgebeizte Antilopenfell, damit man ihm einen Harnisch daraus schnitte, fester denn aus Erz, einen, dem Feuer und Eisen nichts anhaben könnten.
Als er zu den Handwerkern trat, suchte ihn Abdalonim, in der Absicht, seinen Zorn von sich abzuwenden, gegen diese Leute aufzubringen, indem er ihre Arbeiten mürrisch tadelte:
»Was für eine Arbeit! Es ist eine Schande! Wahrhaftig, der Herr ist zu gut!«
Hamilkar ging weiter, ohne auf ihn zu hören.
Er verlangsamte seine Schritte, denn große, von oben bis unten verkohlte Bäume, wie man sie in den Wäldern findet, wo Hirten gelagert haben, versperrten den Weg. Die Zäune waren niedergerissen, das Wasser in den Gräben eingetrocknet, Glasscherben und Affenknochen lagen in großen Schlammpfützen umher. Hier und dort hingen Zeugfetzen an den Büschen. Unter den Limonenbäumen hatten sich verfaulte Blumen zu einem gelben häßlichen Haufen getürmt. Offenbar hatte sich die Dienerschaft um nichts gekümmert, im Glauben, der Herr käme nicht wieder heim.
Auf Schritt und Tritt entdeckte er immer neues Unheil, neue Beweise für das, was zu erforschen er sich untersagt hatte. Jetzt besudelte er sogar seine Purpurstiefel, indem er in Unrat trat. Warum hatte er die ganze Soldateska nicht im Schußfeld eines Geschützes, um sie kurz und klein zu schießen! Er fühlte sich gedemütigt, weil er ihre Partei genommen. Narretei! Verrat! Da er aber weder an den Söldnern, noch an den Alten, noch an Salambo oder an sonst jemandem Rache nehmen konnte und sein Zorn ein Ziel haben mußte, so verurteilte er in Bausch und Bogen sämtliche Gartensklaven zur Arbeit in den Bergwerken.
Abdalonim zitterte jedesmal, wenn er ihn die Richtung nach dem Tierparke zu nehmen sah. Aber Hamilkar schlug den Weg nach der Mühle ein, aus der ihm schwermütiger Gesang entgegenscholl.
Von Staub umhüllt drehten sich die schweren Mühlsteine, das heißt zwei übereinanderliegende Porphyrkegel, deren oberer einen Trichter trug und durch starke Stangen auf dem unteren bewegt wurde. Sklaven schoben sie mit Brust und Armen, während andere an Riemen zogen. Das Scheuern des Lederzeugs hatte an ihren Achseln eiternde Krusten gebildet, wie man sie auf dem Widerrist der Esel sieht; und der schwarze schlaffe Schurz, der ihre Hüften bedeckte, mit den herabhängenden Zipfeln, die wie lange Schwänze aussahen, schlug ihnen gegen die Kniekehlen. Ihre Augen waren gerötet, ihre Fußketten klirrten, ihre Lungen keuchten im Takte. Vor dem Munde trugen sie, an zwei Erzketten befestigt, Maulkörbe, so daß sie nicht von dem Mehl essen konnten. Ihre Hände steckten in Fausthandschuhen, damit sie auch nichts davon nahmen. Beim Eintritt des Herrn knarrten die hölzernen Stangen stärker. Das Korn knirschte beim Mahlen. Ein paar Arbeiter strauchelten und fielen. Die andern mühten sich weiter und schritten über sie hinweg.