Er fragte nach Giddenem, dem Sklavenaufseher. Er erschien. Seine Würde verriet sich im Reichtum seiner Kleidung. Seine an den Seiten geschlitzte Tunika war von feinem Purpur. Schwere Ohrringe zogen seine Ohren herab, und seine Wickelgamaschen hielt eine goldene Schnur fest, die sich von den Knöcheln zu den Hüften hinaufringelte, wie die Schlange um einen Baum. In seinen mit Ringen bedeckten Fingern hielt er eine Kette aus Gagatkugeln, ein Mittel, die an der Fallsucht Leidenden zu erkennen.

Hamilkar winkte ihm, die Maulkörbe abnehmen zu lassen. Da stürzten alle Sklaven mit einem Geschrei wie ausgehungerte Tiere über das Mehl her und verschlangen es, wobei sich ihre Gesichter in den Haufen vergruben.

»Du verlangst zu viel von ihnen!« versetzte der Suffet.

Giddenem antwortete, dies sei möglich, sonst wären sie aber nicht zu bändigen.

»Dann war es also umsonst, daß ich dich nach Syrakus in die Sklavenschule geschickt habe! Laß die andern kommen!«

Und die Köche, die Küfer, die Stallknechte, die Läufer, die Sänftenträger, die Badediener und die Weiber mit ihren Kindern, alle stellten sich im Garten in einer langen Reihe auf, die vom Verwaltungshause bis zu den Gehegen der wilden Tiere reichte. Sie hielten den Atem an. Ungeheure Stille durchdrang Megara. Die Sonne stand schräg über der Lagune unter der Totenstadt. Pfauen schrien. Hamilkar schritt ganz langsam die Front ab. »Was soll ich mit diesen Greisen?« fragte er. »Verkaufe sie! Zu viel Gallier! Das sind Trunkenbolde! Und zu viel Kreter! Das sind Lügner! Kaufe mir Kappadozier, Asiaten und Neger.«

Er wunderte sich über die geringe Zahl der Kinder. »Jedes Haus muß alljährlich Nachwuchs haben, Giddenem! Laß alle Nächte die Hütten offen, damit die Leute nach Belieben miteinander verkehren können!«

Dann ließ er sich die Diebe, die Trägen und die Widerspenstigen zeigen. Er erteilte Strafen und machte Giddenem Vorwürfe. Der senkte wie ein Stier seine niedrige Stirn, auf der die breiten Brauen zusammenstießen.

»Hier, Gottbegnadeter!« sagte er, auf einen kräftigen Libyer deutend. »Den da hat man mit einem Strick um den Hals ertappt!«

»So, du möchtest also sterben?« fragte ihn der Suffet verächtlich.