Bald war keine Maus und keine Ratte mehr in der Stadt, und die Einwohner waren alle froh, sehr froh.
Die Einwohner wollten sehen, was der Pfeifer mit den Mäusen und Ratten thun wollte, so gingen sie auch alle aus der Stadt. Dann sahen sie den Pfeifer, von Ratten und Mäusen gefolgt, gegen den Fluß gehen. Nahe bei Hameln ist die Weser. Die Weser ist ein großer Fluß. Da ist viel Wasser, sehr viel Wasser.
Der Pfeifer spielte jetzt so laut, daß Mäuse und Ratten das Wasser nicht merkten (sahen). Er spielte immer lauter, und ging in das Wasser, und die Ratten und Mäuse folgten ihm. Da sie die schöne Musik hörten und da sie nicht gut schwimmen konnten, ertranken sie alle in dem tiefen Strom. Ja, alle Mäuse und Ratten ertranken.
Als die Ratten und Mäuse alle tot waren, kam der Pfeifer wieder in die Stadt. Er kam wieder vor den Bürgermeister und sagte:
»Mein Herr, jetzt sind Sie die Mäuse und Ratten alle los. Geben Sie mir meinen Lohn (Gold).«
»Ach nein,« antwortete der Bürgermeister. »Sie werden keinen so großen Lohn haben. Sie haben ja nur Musik gespielt. Ihre Musik ist schön, das ist wahr (das ist so), aber ich kann nicht so viel Gold für Musik geben.« Und der Bürgermeister wollte dem Pfeifer nichts geben.
Dann war der Pfeifer böse und sagte: »Mein Herr, Sie haben versprochen (gesagt), daß Sie das Gold geben würden, wenn Sie nur die Ratten und Mäuse los sein könnten. Ich habe sie alle in der Weser ertränkt. Sie kommen nie wieder, denn sie sind alle tot. Jetzt geben Sie mir meinen Lohn.«
»Nein,« sagte der Bürgermeister, »die Ratten und Mäuse sind tot, und das ist gut. Sie können nicht wiederkommen, so werde ich Ihnen das Gold nicht geben. Gehen Sie fort, Pfeifer, gehen Sie fort, ich gebe Ihnen keinen Lohn.«
»Nun,« sagte der Pfeifer, »wenn ich kein Gold haben kann und kein Silber, so muß ich die Kinder haben!«
Und der Pfeifer ging in die Straße, in die schönste und längste Straße von Hameln, und da spielte er wieder seine schöne Musik.