Die Musik, zuerst leise, wurde immer lauter, und da kamen, nicht Ratten und Mäuse, denn sie waren ja alle tot, aber da kamen Kinder, groß und klein. Sie kamen alle aus den Häusern, so schnell.
»Ach!« sagten die Mütter. »Sehen Sie doch die Kinder! Sie folgen dem Pfeifer, er spielt ja so schön!«
Die Mütter sahen die Kinder, groß und klein, die alle dem Pfeifer folgten. Sie folgten ihm die lange Straße entlang. Die Mütter riefen laut: »Kinder, kommt nach Hause!« aber die Kinder hörten nichts als die Musik, die wunderschöne Musik, und sahen nichts, als den Pfeifer.
Dann sagten die armen Mütter: »Ach, sehen Sie doch, die Kinder folgen dem Pfeifer. Er wird sie auch zu dem Wasser bringen. Er wird sie, wie die Ratten und Mäuse, in der Weser ertränken!«
Und die Mütter riefen laut, sehr laut, den Kindern zu, und sie wollten nach den Kindern gehen, aber sie konnten nicht!
Der Pfeifer spielte immerfort. Er ging weiter und weiter, und die Kinder, groß und klein, folgten ihm. Sie waren ja alle so froh, denn die Musik war so wunderschön, daß sie tanzen und lachen mußten.
Aber der Pfeifer ging nicht zum Wasser. Ach nein, er ging weiter, viel weiter.
Endlich kam er mit den Kindern zu einem Berge. Der Berg war hoch, sehr hoch.
»Ach!« sagten die ängstlichen Mütter, »das ist gut. Der Pfeifer kann nicht spielen, wenn er den Berg hinan geht. Wenn er nicht mehr spielt, werden die Kinder hören, wenn wir rufen, und dann werden sie wieder in die Stadt kommen.«
Aber das war nicht so, denn auf einmal that sich der Berg auf. Da war eine wunderschöne Höhle! Der Pfeifer ging hinein. Er spielte immer lauter und schöner, und die Kinder, die noch immer tanzten und lachten, folgten ihm. Sie folgten ihm alle, und als sie alle in der Höhle waren, schloß (machte) sich der Berg wieder zu, und die armen Eltern sahen ihre lieben Kinder nie wieder.