Der Drache jammerte bitterlich, aber der Fuchs sagte:

»Jammern Sie nicht so sehr, lieber Drache, Sie sind gefangen und Sie haben Hunger, aber Undank ist der Welt Lohn.«

Und der schlaue Fuchs ging mit dem Manne fort. Der Mann dankte dem Fuchse tausendmal und ging glücklich nach Hause.

Am Donnerstag kam der schlaue Fuchs. Er ging in den Hühnerhof und fraß so viele Hühner (Hahn und Henne), daß er nicht mehr laufen (gehen) konnte. Dann legte er sich im Hühnerhof nieder und sagte: »Der Mann ist mein Freund, hier kann ich gut schlafen.«

Aber am Morgen früh kam das Hühnermädchen. Sie sah den schlafenden Fuchs. Sie nahm einen Stock, der Mann nahm auch einen Stock, und beide schlugen den armen Fuchs so sehr, daß sie ihn fast töteten.

Der Fuchs sprang endlich aus dem Hühnerhof und sagte traurig:

»Ja, ja, es ist wahr, alle Menschen (Männer) sind undankbar, Undank ist der Welt Lohn.«

8.
Die Prinzessin, die nicht lachen wollte.
(8)

Es war einmal ein König, der eine wunderschöne Tochter hatte. Sie war schön, aber sie war immer so traurig, daß sie nie lachte, und so hochmütig, daß sie immer »nein« sagte, wenn ein Prinz kam, um sie zu heiraten. Der König war nicht zufrieden und zuletzt sagte er: »Meine Tochter muß heiraten, und ich werde sie dem Manne geben, der sie lachen machen kann.«

Als die Freier (die Männer, welche die Prinzessin heiraten wollten) dieses hörten, wollten sie alle die Prinzessin lachen machen, und sie kamen alle, einer nach dem anderen, und doch lachte die Prinzessin nicht. Diese jungen Freier waren alle so komisch, daß der König, die Königin und alle ihre Diener sehr lachen mußten, nur die traurige Prinzessin lachte nicht.