»Ich bin durch den Gang von unserer finsteren Höhle hier in diese schöne Höhle gekommen. Aber hier ist es viel schöner und lichter als bei uns. Ihre Lampe ist auch viel größer. Haben Sie das Gras allein gemacht? oder haben die anderen Räuber Ihnen geholfen?«

Der Schäfer, der schon oft von Räubern gehört hatte, fürchtete sich sehr, als er das Kind so sprechen hörte. Er sah das Kind wieder an und dachte: »Das Kind kann kein Räuberkind sein. Es muß ein entführtes Kind sein. Vielleicht kommen die Räuber bald es fortzunehmen. Hier kann es nicht bleiben.«

Er nahm das Kind auf einen Arm, das Lamm auf den anderen, und lief schnell fort. Bald kam er vor eine kleine Hütte. Hier wohnte ein Einsiedler. Der Einsiedler wohnte hier allein. Er war sehr gut, er liebte Gott, und alle Menschen liebten ihn, denn er war immer froh ihnen helfen zu können.

Der Schäfer trat schnell in den kleinen Garten vor der Hütte.

Da war der gute Einsiedler. Er saß unter einem Baume. Er hatte sein Gebetbuch in der Hand. Der Schäfer sagte ihm, wie er das Kind aus der Erde hätte kommen sehen, und wie das Kind nur von der Höhle und den Räubern spräche.

Der Einsiedler hörte alles, und als der Schäfer zu Ende war, sagte er ruhig:

»Ja, das Kind kann kein Räuberkind sein. Es ist zu fein geformt. Es muß das Kind reicher Leute sein. Die Räuber müssen es gestohlen haben, als es sehr jung war. Ich will das Kind hier in meinem Hause behalten. Hierher kommen die Räuber sicher nicht, denn sie wissen, daß ich weder Gold noch Silber habe, und daß sie hier nichts zu stehlen finden.«

Der Schäfer dankte dem Einsiedler, ließ das Lamm dem kleinen Heinrich und ging fort.

Heinrich spielte mit dem Lamme und der Einsiedler sagte langsam:

»Armes Kind, Sie sehen sehr blaß und unwohl aus, aber da Sie vielleicht schon lange in dem Berge wohnten, ist es sehr natürlich. Mein Kind, haben Sie weder Vater noch Mutter?«