»Ach ja,« sagte das Kind, »ich habe eine schöne Mutter. Sehen Sie, hier ist meine Mutter!« und das Kind gab dem Einsiedler das schöne Bild, das es mitgebracht hatte.
Der Einsiedler sah die wunderschöne Frau und sagte erstaunt: »Das ist eine wunderschöne Frau! Sie muß eine Königin oder eine Gräfin sein. Ja, sie ist die Mutter des Kindes. Das kann ich sehen. Das Kind hat dieselben Augen und denselben Mund! Nun, da wir das Bild haben, werden wir die Eltern des Kindes vielleicht finden können. Sie müssen sehr traurig sein, das schöne Kind verloren zu haben!«
Das Kind spielte lange mit dem Lamme. Endlich sah es die schönen Blumen in dem Garten des Einsiedlers, und sagte erstaunt: »Ach, wie haben Sie alle die schönen Blumen da gemacht? Sie haben mehr und schöneres Papier als ich!«
Der Einsiedler sagte: »Ich habe die Blumen nicht gemacht. Der liebe Gott hat sie alle gemacht!«
»Ist er der Führer der Räuber?« fragte das Kind.
»Ach, nein,« sagte der Einsiedler. »Haben Sie nie von Gott gehört, mein Kind?«
»Nein, er ist nicht in unserer Höhle,« antwortete das Kind. Als der Einsiedler das hörte, dachte er: »Hier muß das Kind bleiben den ganzen Sommer, bis es wieder frisch und wohl ist, und bis es gelernt hat, Gott zu ehren, und gut zu sprechen, denn es spricht nicht gut. Das Sprechen hat es sicher von den Räubern gelernt, denn es sagt oft sehr schlechte Worte.«
Der Einsiedler führte Heinrich in die Hütte. Da war alles sehr schön, aber sehr klein. Der Einsiedler setzte Honig und Brot, Früchte und Wein auf den Tisch, und das Kind sagte:
»Wie viele gute Dinge Sie hier zu essen haben. Sie haben sicher heute eine gute Beute heimgebracht.«
»Ich bin kein Räuber,« sagte der Einsiedler. »Diese Früchte und dieser Wein kommen aus meinem Garten. Das Brot kommt von meinem Korn, der Honig von meinen Bienen, Gott hat mir alles gegeben!«