Alles war sehr still. Es wurde acht Uhr, neun Uhr, zehn Uhr. Dann hörte man einen großen Lärm. Jemand klopfte laut an die Thür. Niemand wollte öffnen. Alle fürchteten sich, und Margarethe rief ängstlich: »Es sind die Räuber! Sie wollen das Kind wieder nehmen!«
Dann sagte der Einsiedler: »Still! ich will die Thür öffnen, und Gott wird uns helfen!«
Er öffnete die Thür. Da traten viele Soldaten ein, und sie sagten:
»Der Krieg ist zuEnde. Wir kommen nach Hause. Unser Herr kommt auch! machen Sie alles bereit, Herr Wirt.«
Der Wirt, der sehr froh war zu hören, daß der Krieg zu Ende war, machte alles schnell bereit, und nach kurzer Zeit trat ein schöner Ritter auch herein. Er setzte sich an den Tisch zu dem Einsiedler und sagte:
»Nun, ich bin doch froh, wieder einen guten Mann Gottes zu sehen. Seit sechs Jahren habe ich nichts als Soldaten gesehen. Aber jetzt bin ich auf dem Wege nach Hause. Nicht sehr weit von hier ist mein Schloß!«
»Ach, wie heißen Siedenn?« fragte der Einsiedler.
»Ich bin der Ritter von Eichenfels!« antwortete der Ritter.
»Haben Sie Frau und Kind?«
»Ja, ich habe eine schöne Frau. Ich habe auch einen kleinen Sohn daheim gelassen. Er war so schön und zuerst konnte meine Frau nicht genug von ihm schreiben. Aber seit sechs Jahren schreibt sie nichts mehr von ihm. Ihre Briefe sind sehr traurig, und ich fürchte, daß mein Kind krank oder tot ist. Ich habe Angst, viel Angst. Aber wir wollen nicht mehr davon sprechen. Morgen bin ich zu Hause, und dann weiß ich alles. Sagen Sie mir, lieber, guter Einsiedler, warum Sie hier in dem wilden Walde reisen?«