Der Einsiedler zeigte ihr das Kind und sie sagte:
»Ja, ja, das ist der kleine Graf Heinrich von Eichenfels. Er ist wie seine schöne Mutter!« und sie küßte Heinrich und weinte vor Freude.
Dann sprach der Einsiedler noch lange mit ihr, und sie sagte, daß sie mit ihm gehen wolle, um das Kind nach Hause zu bringen.
»Es ist weit von hier,« sagte sie. »Drei Tage werden wir reisen müssen, aber kommen Sie jetzt zu meinem Herrn!«
Das Mädchen führte den Einsiedler und Heinrich zu ihrem Herrn, und er sagte sogleich: »Ja, gehen Sie, gutes Mädchen, führen Sie das Kind zu Ihrer armen Herrin. Sie hat lange genug geweint, gehen Sie schnell!«
Der Einsiedler, Heinrich und Margarethe machten sich auf den Weg zu dem Schlosse Eichenfels. Sie gingen zwei lange Tage, und als der dritte zu Ende ging, waren sie noch weit von dem Schlosse, denn der Einsiedler war so alt, daß er nicht schnell gehen konnte. Als die Nacht herankam, waren sie in einem dichten Walde, und da es zu finster war, um weiter zu gehen, traten sie in ein kleines Gasthaus im Walde ein.
Margarethe sagte zu dem Einsiedler: »Hier möchte ich lieber nicht übernachten, die Leute sind nicht gut, und vielleicht kommen die Räuber hierher und nehmen uns das Kind wieder.«
Aber der Einsiedler antwortete:
»Mein Kind, wir sind ja alle in Gottes Hand, und Er wird uns helfen.«
Margarethe legte das Kind ins Bett, aber der alte Einsiedler konnte nicht schlafen. Er setzte sich an den Tisch, nahm sein Gebetbuch und betete lange.