„Du hast mir schon so viele Beweise deiner Ergebenheit gegeben, daß ich mir nur noch einen einzigen fordere, ehe ich deine Gemahlin werde.“
Der entzückte Berggeist rief schnell:
„Sprich, schöne Prinzessin! Ich will dir so viele Beweise meiner Liebe geben, als du fordern wirst!“
„Nun, so zähle einmal die Rüben, welche du für mich gesät hast, und wenn du mir ihre Anzahl genau sagen kannst, so will ich deine Frau werden.“
Der Geist eilte fort, um sogleich die Zählung zu beginnen, und während er so beschäftigt war, stieg Emma den Berg hinunter zu ihrem harrenden Verlobten.
Der ahnungslose Geist zählte eifrig, bis er ans Ende kam. Eben wollte er zur Prinzessin eilen, um ihr die Zahl anzugeben, als es ihm plötzlich einfiel, daß er sich wohl um eine oder zwei verzählt haben könnte.
Darum zählte er die Rüben noch einmal, und als er fertig war, fand er drei Rüben mehr als das erste Mal.
„Ich muß mich wirklich geirrt haben,“ sagte er. „Nun will ich sie noch einmal zählen, damit ich die richtige Zahl finde.“
Es war sehr langweilig. Am Ende wurde er aber doch fertig mit dem Zählen, und der Berggeist rannte jetzt in seinen Palast, um der Prinzessin zu melden, daß er Wort gehalten, und nun ihre Hand fordern dürfe.
Die Prinzessin war aber nirgends zu finden. Sie war weder im Garten, noch in der Schatzkammer, noch in ihren Gemächern. Der Geist suchte vergebens überall. Endlich fing er an zu fürchten, daß die Prinzessin entflohen sei.