„Ich habe sie draußen unter dem großen Baume gelassen, als die gnädige Frau mich rief,“ erwiderte die Gouvernante. „Aber da Sie einige Minuten nachher zurückkamen, dachte ich, daß Rita bei ihrer Schwester sei,“ fuhr sie fort.

„Mit mir ist Rita nicht draußen gewesen,“ antwortete die große Schwester. „Sobald der Arzt fortging, bin ich in mein Zimmer gegangen um mich auszuruhen, denn ich war sehr müde und wollte schlafen. Rita war aber nicht mehr unter dem Baume, als wir zurückkamen.“

Der Vater sprang jetzt erschrocken auf. „Wir müssen das Kind finden,“ rief er, und alle folgten ihm nach. Sie gingen überall hin, riefen laut, aber sie sahen und hörten nichts von ihr.

Der Vater war blaß vor Angst. Er rief die Dienstboten des Gasthauses herbei, um ihm zu helfen, das Kind zu suchen. Sie suchten den ganzen Abend umsonst, und als es dunkel wurde, nahmen sie Fackeln und Laternen und suchten die ganze Nacht. Der Holzhacker suchte auch, obschon er den ganzen Tag gearbeitet hatte und sehr müde war.

Am Morgen erst kam er mit dem müden Vater zurück in sein Haus.

„Das kleine Mädchen muß in den Fluß gefallen sein,“ sagte er traurig. „Ich weiß nicht, wo wir jetzt noch suchen können, ich weiß nicht wo sie ist.“

„Aber ich weiß es!“ rief der kleine Hans.

„Du!“ rief der Vater erstaunt.

„Ja, ich weiß es,“ wiederholte Hans.

„Nun, dann zeige uns, wo sie ist,“ rief der Holzhacker.