Rita ging jetzt in das Haus. Später aber kam sie wieder heraus, von der Gouvernante begleitet. Sie wäre gern in den Wald gegangen, aber die Gouvernante sagte, sie solle da bleiben, damit die Mutter sich nicht allein fühle, denn Vater, Schwester und Bruder waren den Berg hinabgegangen, um den Arzt für die kranke Mutter zu holen.

Bald rief die kranke Mutter die Gouvernante wieder in das Haus und Rita blieb allein. Sie spielte eine Weile mit der Puppe, dann dachte sie an die schönen, roten Blumen.

„Der Wald ist nicht weit,“ sagte sie zu sich selbst. „Ich will schnell dahin gehen und einen Strauß roter Blumen für die liebe Mutter pflücken.“

Das Kind sprang schnell fort, und kam bald in den Wald. Da war es kühl und grün, aber zuerst sah sie keine roten Blumen.

Sie wollte eben zurückgehen, als sie durch die Bäume etwas rotes sah. „Das sind die roten Blumen!“ rief sie entzückt, und rannte weiter in den Wald hinein.

Als sie dahin kam, sah sie, daß die Blumen nicht mehr sehr frisch waren. Ein wenig weiter sah sie einen anderen Busch. Die Blumen darauf schienen viel frischer. Sie ging dahin und hatte bald beide Hände voll Blumen.

Unterdessen war der Vater mit dem Arzte angekommen. Der Arzt sagte, daß die Dame nicht gefährlich krank sei, und daß die gute Bergluft sie bald wieder gesund machen würde. Darauf ging er fort.

Die Gouvernante mußte nun der Mutter vorlesen und dachte dabei, Rita sei entweder bei dem Vater oder bei der großen Schwester. Erst als es Zeit zum Abendessen geworden, dachte man wieder an das kleine Mädchen.

„Wo ist das Kind?“ fragte der Vater.