„Das können Sie nicht, mein Herr!“ rief der Holzhacker. „Sie kennen unsere Felsen nicht, und es ist eine gefährliche Stelle. Ich will selbst hinuntergehen!“
Während er noch sprach, hatte der Holzhacker die Schuhe schnell ausgezogen, das Seil, das er trug, um den Leib gebunden und das andere Ende desselben an einem Baume befestigt.
Der Vater half ihm mit zitternden Händen und der Holzhacker sagte: „Mein Herr, Sie wissen, daß ich nur ein armer Holzhacker bin. Wenn ich verunglücken sollte, sorgen Sie für meine Frau und die Kinder, deren Vater sein Leben für Ihr Kind gewagt.“
„Ja, das will ich!“ rief der Vater ernst. Er konnte nicht weiter reden, denn die Angst um das kleine Mädchen nahm ihm die Sprache.
Als der Holzhacker eben bereit war, kamen mehrere Männer herbei. Den ängstlichen Winken des Vaters folgend, kamen sie sehr leise herbei und nachdem sie vernommen, daß das Kind auf einem vorbringenden Felsen liege, halfen sie dem Holzhacker langsam hinunter. Dieser klammerte sich mit den Händen und mit den nackten Füßen an den Felsen und als er endlich das Kind erreichte, legte er die Hand auf dasselbe.
Sobald er Rita berührte, wachte sie auf, denn sie war wirklich nur eingeschlafen. Sie machte eine rasche Bewegung, und wenn der Holzhacker sie nicht festgehalten hätte, wäre sie sicher in den Abgrund hinab gestürzt.
„Gott sei Dank!“ rief er. „Das Kind war nur eingeschlafen.“ Der wartende Vater hörte diese Worte auch und wäre er nicht vor Angst sprachlos gewesen, hätte auch er „Gott sei Dank!“ gerufen.
Der Holzhacker sagte jetzt zu dem Kinde: „Siehst du, Kleine, du sollst jetzt deine Arme um meinen Hals schlingen, und festhalten, denn ich brauche Hände und Füße zum hinaufklettern. Das Seil allein ist nicht stark genug, und sonst müssen wir in den Abgrund fallen.“
Rita versprach festzuhalten, schlang beide Arme um den Hals des guten Mannes und jetzt ging es langsam aufwärts.
Endlich kamen beide wohlbehalten oben an. Als der glückliche Vater sein Kind in den Armen hielt, rief es fröhlich: