Jetzt hatte der Jüngling Tisch und Pack und er war sehr froh. Er ging getrost seines Weges. Endlich begegnete er einem Bettler mit einem Sack, der ihn um etwas zu essen bat.
„Ja, das kann ich Ihnen geben,“ sagte der Jüngling. Er stellte seinen Tisch unter einen Baum, klopfte darauf und rief laut: „Lebensmittel für einen König!“ und in einer Minute war der Tisch mit reichen Speisen bedeckt.
Der Jüngling lud den Bettler zum Essen ein. Er aß und trank und sagte endlich:
„Sie haben da einen gar schönen Tisch. Geben Sie mir den Tisch. Ich gebe Ihnen meinen Sack dafür. Es ist ein wunderbarer Sack. Öffnen Sie ihn und sagen Sie laut: ‚Schloß heraus!‘ so wird ein schönes Schloß vor Ihnen stehen. Dann, wenn Sie ‚Schloß hinein!‘ rufen, verschwindet das Schloß in dem Sack.“
„Das ist mir Recht!“ sagte Heinrich und er gab seinen Tisch für den Sack.
Er war nicht sehr weit gegangen, da dachte er: „Ach, ich möchte meinen schönen Tisch doch wieder haben!“
So öffnete er den Pack, rief laut: „Drei hundert Uhlanen heraus!“ und als sie alle schnell aus dem Sack krochen, gebot er ihnen, dem Bettler nach zu gehen, und den Tisch zurückzubringen.
Die Uhlanen gehorchten sogleich. Dann öffnete Heinrich den Pack, rief laut: „Drei hundert Uhlanen hinein!“ und sie verschwanden alle in dem Pack. Heinrich ging getrost seines Weges und kam zuletzt in die Stadt, wo seine Brüder jetzt wohnten. Sie aßen und tranken den ganzen Tag, da sie jetzt so viel Gold hatten. Die Mutter hatten sie in die Stadt mitgebracht, aber die arme Frau mußte Tag und Nacht kochen, damit ihre Söhne genug zu essen hatten.
Heinrich ging in das Haus seiner Brüder, aber er sah so ärmlich aus, daß sie ihn auslachten, und obwohl sie ihn in dem Stalle schlafen ließen, gaben sie ihm kein [einziges] Stück Brot zu essen.