8. Der Bauer und der Advokat.
Es war einmal ein reicher, aber sehr unwissender Bauer. Er hatte ein schönes Gut, das er von seinem Vater geerbt hatte, war sparsam und arbeitsam und wurde von seines Gleichen sehr geachtet.
Ungefähr zwei Stunden entfernt von seinem Gute lag eine große Stadt, wohin er sich wöchentlich begab, um sein Vieh, Heu, Korn und noch viele Produkte zu verkaufen. Auf dem Marktplatze, unter seines Gleichen, hörte er Manches besprochen, und da das Thema oft Gerichtssachen berührte, hörte er oft den Namen eines berühmten Sachwalters der Stadt.
Jedermann lobte ihn und sagte, daß er weiser und verständiger als irgend ein anderer sei. Der Bauer, der an einem Markttage früher als gewöhnlich seine Geschäfte abgefertigt hatte, und der schon seit langem sehr neugierig war, den berühmten Advokaten zu sehen, ging nach seiner Geschäftsstube. Als er eintrat, wurde er von einem Schreiber empfangen.
„Ich möchte den Advokaten sprechen,“ sagte der Bauer.
„Er ist jetzt beschäftigt, aber er wird bald wieder frei sein. Setzen Sie sich und warten Sie ein wenig,“ erwiderte der Schreiber höflich.
Der Bauer, der es nicht eilig hatte, ließ sich das Warten gefallen, und nach einer halben Stunde war der Advokat zu sprechen. Er ließ ihn in sein Privatzimmer eintreten. Der Bauer sah ihn neugierig an und sagte:
„Sind Sie der Herr Advokat?“
„Ja, der bin ich,“ antwortete der berühmte Mann.