Der Ritter von Tannenburg, der ihn einst innig geliebt, und der ihn gut kannte, reichte ihm freundlich die Hand, und dann gingen sie alle zusammen in den Speisesaal, wo Rosa und ihr Vater rechts und links an der Seite des Hausherrn saßen, und den Gästen ihre Erlebnisse erzählen mußten. Alle bewunderten den Mut des tapferen Mädchens, das tiefe Ehrgefühl des Vaters, die Güte der Gräfin, und die Selbstüberwindung des Grafen.
Als die Mahlzeit beinahe zu Ende war, hörte man einen großen Lärm in dem Schloßhof, die Thüren flogen auf, der Sohn des Kaisers trat hastig ein, und rief laut:
„Graf von Fichtenburg, der Kaiser befiehlt Ihnen, den Ritter von Tannenburg sogleich aus Verhaft zu lassen, ihm alle seine Güter zurückzugeben, und ihn zu entschädigen, sonst sind Sie des Todes.“
Der Graf sprang auf und sprach:
„Ich habe den Befehl des Kaisers nicht abgewartet; hier ist der Ritter frei, und ich habe ihm schon versprochen, ihm sein Vermögen zurückzugeben.“
Natürlich war des Kaisers Sohn sehr erstaunt. Er ließ sich Alles erzählen, sah die schöne Rosa bewundernd an, und ging wieder an den kaiserlichen Hof zurück, wo er seinem Vater Alles erzählte und hinzufügte:
„Vater, Sie haben mich schon mehrmals an das Heiraten gemahnt. Wenn Sie mir das gnädige Fräulein von Tannenburg zur Gemahlin geben können, werde ich sogleich heiraten, wenn es Ihnen beliebt.“
Der Kaiser war sehr froh, dies zu hören. Er schickte sogleich einen Boten mit einem Heiratsantrag nach Tannenburg, und nach kurzer Zeit wurde Rosa des Prinzen Gemahlin, und später sogar Kaiserin von Deutschland!