Der Diener wollte ihnen eben sagen, daß er Italienisch verstehe, als er hörte, daß diese Männer keine Pilger, sondern Räuber waren. Sie gehörten zu einer Bande von Räubern, welche der Ritter von Falkenburg aus der Gegend getrieben hatte, und sie wollten sich jetzt rächen.
Ihr Plan war, als Pilger in das Schloß zu gehen. Sie wußten, daß man sie da übernachten lassen würde. Sie wollten nachts ein Licht ins Fenster stellen, zum Zeichen für ihre Verbündeten draußen, daß sie zur Gartenthür kommen sollten. Diese Thür wollten sie dann geräuschlos öffnen, die Verbündeten hereinlassen und dann wollten sie die Einwohner des Schlosses töten, die Räume plündern und endlich das Schloß anzünden.
Der Jüngling hörte das alles, und einmal, als der eine Pilger über einen Stein fiel, sah er, daß er eine stählerne Rüstung unter dem braunen Rocke trug. Er fürchtete sich sehr, und wußte nicht, was er thun sollte.
Bald kamen sie an einen kleinen Fluß. Das Wasser lief zwischen zwei hohen Felsen und darüber war ein Baumstamm als Brücke geworfen. Da sagte der älteste der Pilger:
„Vielleicht hat der Diener meine Rüstung doch gesehen. Er könnte uns verraten. Gehe du erst hinüber; ich werde ihn dann hinübergehen heißen und ihm folgen. Wenn wir auf die Mitte der Brücke kommen, werde ich ihn in das Wasser hinunterstoßen und dann kann er uns nicht verraten.“
Als der junge Diener das hörte, wurde er sehr blaß vor Angst, und er sagte zu den Pilgern:
„Ach, ich kann nicht über die Brücke gehen, mir schwindelt!“
„Nun, ich will dich hinübertragen,“ sagte der älteste Pilger.
„Nein, nein!“ rief der Diener. „Sie würden mich fallen lassen! Sehen Sie, gute Pilger, Sie brauchen meine Hülfe nicht mehr. Von hier aus geht der Weg gerade zum Schlosse, wo Sie übernachten sollen. Lassen Sie mich jetzt nach Hause gehen.“