Die Familie von Falkenburg saß allein im Wohnzimmer als sie ein kleines Geräusch hörten. Elsa ging an das Fenster und rief schnell: „Mutter, hier ist meine Taube! Sieh, sie ist entflohen! Emma hat ihr ein rotes Band um den Hals gebunden, und ach, da ist auch ein Stück Papier!“
Vater und Mutter traten jetzt näher. Der Ritter nahm das Papier, entfaltete es und las:
„Guter Ritter von Falkenburg.
„Die zwei Pilger, die Sie im Hause haben, sind Räuber. Sie waren gestern hier über Nacht und mein Diener hat sie über den Berg führen müssen, da sie sagten, daß sie den Weg zu Ihrem Schlosse sonst nicht finden würden.
„Unterwegs sprachen sie Italienisch, und Bernhardt, der in Italien geboren ist, hat Alles verstanden. Sie haben die Brücke zertrümmert. Diese Nacht sollen sie ein Licht in das Fenster des Pilgerzimmers stellen. Ihre Verbündeten werden dann kommen und von den Pilgern durch die Gartenthür herein gelassen werden. Während Sie schlafen, sollen Sie alle ermordet werden. Die Räuber wollen das Schloß plündern und darauf anzünden. Gott gebe, daß diese Warnung nicht zu spät kommt und Sie sich werden verteidigen können.
„Emma von Hohenburg.“
Der Ritter war sehr erstaunt, aber jetzt, da er gewarnt worden, war keine Gefahr mehr, und er machte schnell einen Plan, um die Räuber in Verhaft zu nehmen.
Der Ritter rief dann seine Diener, teilte ihnen alles mit und erklärte, was er thun wollte, um die Räuber zu verhaften. Dann ließ er die falschen Pilger hereinkommen.
Sie fingen gleich an zu sagen, daß die Frau von Hohenburg sehr gütig gewesen sei, und ihren Gruß schicke. Dann fingen sie an, den Ritter und dessen Gemahlin zu loben.