Der Ritter war so böse, diese falschen Worte zu hören, daß er bald ausrief:
„Schweigen Sie! Sie lügen! Ich weiß alles! Sie sind keine frommen Pilger, sondern Räuber. Sie sind hierher gekommen, um mich, meine Familie und alle meine Diener zu morden. Sie wollen durch ein Licht in dem Fenster Ihres Zimmers Ihre Verbündeten hierher bringen, sie durch die Gartenthür in das Schloß führen, und wenn Sie alle gemordet und genug geplündert haben, wollen sie das Schloß in Brand stecken (verbrennen).“
Die Pilger waren höchst erstaunt, aber ehe sie ein Wort sagen konnten, rief der Ritter seine Diener herbei und ließ die zwei bösen Männer in Verhaft nehmen.
Dann zündete er selbst ein Licht an, stellte es in das Fenster, und um die bestimmte Stunde hörte man ein leises Pochen am Gartenthor.
Der Ritter, der einen Pilgerrock über seine Rüstung gezogen, ließ die anderen Räuber in den Hof herein kommen, wo alle seine bewaffneten Diener versteckt waren, und in einigen Minuten waren sie alle festgebunden!
Die Familie von Falkenburg war von einem furchtbaren Tode verschont und sie sprachen oft davon, wie wunderbar sie durch Gottes Güte gerettet worden. Emma von Hohenburg ließ eine Taube in ihr Wappen malen, damit Ihre Nachkommen diese Geschichte nie vergessen sollten.
12. Anekdoten.
Von Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen, werden viele sehr unterhaltende Anekdoten erzählt, unter welchen auch folgende:
Eines Tages, als der König auf der Reise war, hielt er in einem kleinen Dorfe an, um etwas am Wagen ausbessern zu lassen. Da er nicht sogleich weiter fahren konnte, trat er unterdessen in die Dorfschule ein.