„Sie gehören dem Himmelreich an, Herr König.“
Diese Antwort gefiel dem König so gut, daß er mit Thränen in den Augen freundlich erwiderte:
„Gott gebe, mein Kind, daß ich einmal dahin komme!“
Friedrich der Große konnte nicht gut schlafen; deßhalb befahl er, daß seine Pagen, der Reihe nach, die Nacht in einem Nebenzimmer durchwachen sollten, damit immer Jemand bereit sei, ihm vorzulesen, wenn er es wünschte.
Eines Nachts klingelte er um zwei Uhr Morgens. Niemand kam. Er klingelte wieder, aber umsonst. Er rief laut, aber es kam immer Niemand auf seinen Ruf.
Der König war jetzt recht böse; er sprang aus dem Bette, zog schnell Schlafrock und Pantoffeln an, und ging in das Nebenzimmer, um zu sehen, ob Niemand da sei, wie er befohlen.
Als er hereintrat, sah er einen seiner Pagen an dem Tische sitzen. Er hatte ein Blatt Papier vor sich, die Feder in der Hand, und obgleich der Brief, den er schrieb, noch nicht beendigt war, schlief er fest, seinen Kopf an den Lehnstuhl geschmiegt.
„Ach, so wacht mein Page!“ dachte der König. „Er schläft gut. Wenn ich nur ebenso gut schlafen könnte!“