Seiner Größe halber, nahm ihn der Hauptmann sogleich an, ließ ihm eine Uniform machen, und sagte ihm, daß er so schnell als möglich Deutsch lernen solle.

„Einstweilen,“ fügte er bei, „müßt Ihr wenigstens die Antwort auf drei Fragen lernen. Der König hat gar scharfe Augen. Er wird sogleich bemerken, daß Ihr neu im Dienste seid, und er wird Euch die drei Fragen stellen, die er jedem neuen Soldaten zu stellen [pflegt]. Sie lauten so: Erstens, Wie alt seid Ihr? Zweitens, Wie lange seid Ihr in meinem Dienste. Drittens, Erhaltet Ihr pünktlich Uniform und Lohn?

„Da er immer dieselben Fragen zu stellen pflegt, und immer nach derselben Reihenfolge, sollt Ihr die drei Antworten dazu genau lernen, damit Ihr frischweg antworten könnt.“

Einige Zeit darauf kam der König, um das Regiment zu mustern. Als er zu dem Franzosen kam, hielt er plötzlich still, sah ihn wohl vergnügt an, und sagte rasch:

„Wie lange seid Ihr in meinem Dienste?“

Der Franzos, der die Frage gar nicht verstand, gab pünktlich die erste eingelernte Antwort.

„Ein und zwanzig Jahre, Majestät.“

„Was! Wie alt seid Ihr denn?“ rief der König höchst erstaunt.

„Ein Jahr, Majestät!“