Am folgenden Sonntag, als die Kirchenglocken läuteten, und die Frauen in die Kirche gingen, kehrten die Männer wie gewohnt in das Wirtshaus ein. Ein Unbekannter kam auch herein.

Die Bauern saßen wie gewöhnlich um einen großen Tisch herum. Sie rauchten unermüdlich und sprachen wenig. Der Fremde saß auch an dem Tisch, zündete seine Pfeife an, und rauchte auch. Bald kam der Wirt. Er trug einen großen Krug voll Bier, stellte ihn auf den Tisch vor den ältesten Bauer, der an dem einen Ende des Tisches saß und ging wieder fort.

Der alte Bauer legte die Pfeife nieder, nahm den Krug in beide Hände, hob ihn auf und trank. Als er genug getrunken hatte, reichte er den Krug seinem Nachbarn und jetzt hörte ihn der Fremde sagen „Gieb’s weiter!“ (Gieb das deinem Nachbarn).

Der Mann, der den Krug jetzt empfing, trank auch so viel ihm beliebte, reichte den Krug seinem Tischnachbarn und sagte auch:

„Gieb’s weiter!“

So ging der Krug von Hand zu Hand. Jeder trank und wiederholte dieselben Worte, „Gieb’s weiter!“ Sonst sprachen die Bauern kein Wort. Als der Krug zweimal die Runde des Tisches gemacht, stand der Fremde plötzlich auf, hob die Hand, und gab seinem Nachbarn eine tüchtige Ohrfeige.

„Gieb’s weiter!“ rief er mit donnernder Stimme. „Diese Ohrfeige soll die Runde gehen, wie der Krug eben die Runde gegangen ist.“

Der Fremde schlug jetzt den Mantel zurück und die Bauern sahen die Uniform, die er darunter trug, und erkannten sogleich den König.

„Gieb’s tüchtig weiter!“ donnerte er wieder, seinem erstaunten Nachbarn eine zweite und noch tüchtigere Ohrfeige gebend. „Gieb’s weiter, sage ich und schlag tüchtig, sonst ...“