Wir sprengen deine Ketten!
Nicht fürder soll die arge That,
Des Fremdlings Übermuth, Verrath,
In deinem Schooß sich betten.
usw.
Die Verse bildeten den Schluß der Sammlung »Gedichte« von Friedrich Schlegel, die unmittelbar darauf bei J. E. Hitzig in Berlin erschien. Der zuständige Zensor scheint keinen Anstoß daran genommen zu haben, und das Buch wurde schon ausgegeben, als der Polizeipräsident Gruner dahinterkam und schleunigst aus den noch vorhandenen Exemplaren das bedenkliche Schlußblatt (S. 387 f.) und zugleich das verräterische Inhaltsverzeichnis entfernen ließ. Ein Teil der Bücher war aber schon nach Leipzig geschafft worden und entging dieser Verstümmelung.
Schicksale eines Kriegsliedes.
Während Preußen, blutend an Haupt und Gliedern, noch zähneknirschend das Joch der französischen Sklaverei tragen mußte, raffte sich Österreich zu neuem Widerstande auf. Am 9. April 1809 erklärte es Napoleon abermals den Krieg. Zu diesem Anlaß schrieb der Wiener Dichter Ignaz Franz Castelli sein »Kriegslied für die österreichische Armee«:
Hinaus, hinaus, mit frohem Muth!
Hinaus in's Feld der Ehre,