Nur zum Ausscheiden aus dem Senat der Akademie der Künste zu Berlin sah er sich durch sein hohes Alter im Jahre 1898 bewogen. Er wurde darauf zum Ehrenmitglied dieses Senats ernannt.
In dem nämlichen Jahre gab Kaiser Wilhelm II seiner Verehrung und Bewunderung für Menzel den höchsten Ausdruck durch eine ohne Vorbild dastehende Auszeichnung. Im Dezember 1898 ernannte der Kaiser ihn zum Ritter des Schwarzen Adlerordens; mit dieser Ernennung war die Erhebung in den Adelstand verbunden. Wenn Tizian, Rubens, Velazquez von ihren Fürsten in ähnlicher Weise geehrt worden sind, so hatte doch keine der diesen Meistern verliehenen Auszeichnungen auch nur annähernd einen so hohen Rang wie der preußische Orden vom Schwarzen Adler. Das Benachrichtigungsschreiben des Kaisers an den Direktor der Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin, Anton von Werner, hat den schönen Wortlaut: „Ich habe Seiner Excellenz dem Professor Dr. von Menzel meinen hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen; es soll diese höchste Ehrung, die einem Künstler je zu teil geworden, ein Zeichen meiner Dankbarkeit sein für die durch seine Kunst meinem Hause geleisteten Dienste, sowie ein Sporn werden für die Jünger der Kunst der Malerei, auch auf den von Menzel so erfolgreich betretenen Bahnen zu folgen und zu streben es ihm gleich zu thun.“
Der vielseitigen und doch in so ausgeprägte Eigenart gefaßten Kunst Menzels steht die gesamte Kunstwelt ehrfurchtsvoll gegenüber. Und mitten in dem gärenden Kampf zwischen alten und neuen und werdenden Anschauungen versagt keiner dem Manne seine aufrichtige Bewunderung, der früher als andere das Vorhandensein malerischer Schönheit überall ringsum in der alltäglichen Wirklichkeit entdeckt und mit echter Künstlerschaft verwendet hat.
Abb. 141. Vignette aus Kugler-Menzels Geschichte Friedrichs des Großen.