Abb. 14. Ein vergnügter Zecher. Im Reichs-Museum zu Amsterdam.
(Nach einer Photographie von Franz Hanfstängl in München.)
Die Wiedergabe des Lachens in allen Abstufungen, vom leisen Schmunzeln an bis zum hellen Gelächter ist das Wunderbarste in der Kunst des Franz Hals. Bei anderen Malern hat es fast immer etwas Unangenehmes, wenn eine so flüchtige Bewegung der Gesichtsmuskeln in der Unbeweglichkeit des Bildes festgehalten wird. Franz Hals aber malt gleichsam die Flüchtigkeit selbst mit. Er hat eine nur ihm eigentümliche, auf einer ganz einzig dastehenden Begabung beruhende Art, das Sprechende in der Bewegung der Gesichtszüge mit unvermittelt hingeworfenen, unfehlbar sicheren Pinselstrichen wiederzugeben; es sieht aus, als ob die ganze Malerei mit blitzartiger Schnelligkeit entstanden wäre, und so ist sie eine vollkommen entsprechende Ausdrucksform für schnellbewegliche Erscheinungen. In dieser Hinsicht üben derartige Halssche Bilder eine überzeugendere Wirkung aus, als selbst die heutigen Augenblicksphotographien; denn die letzteren stehen dadurch, daß sie in ihrer gleichmäßigen Verdeutlichung jeder Einzelform dem Auge mehr zeigen, als dasselbe in der Wirklichkeit zu erfassen im stande ist, mit dem von der Wirklichkeit ausgehenden Eindruck im Widerspruch. Franz Hals’ lachende Gesichter scheinen sich wirklich zu bewegen.
Abb. 15. Selbstbildnis des Künstlers mit seiner zweiten Frau, Lisbeth Reyniers.
Im Reichs-Museum zu Amsterdam.
Gelegentlich übertrug der Meister die Lustigkeit der Auffassung und die Blitzartigkeit der Malweise auch auf ein wirklich als solches geltendes Bildnis; so hat er einen Patrizier, der seinen Reichtum wohl seiner Heringsflotte verdankte, abgemalt, wie derselbe eigenhändig einen Korb voll der eben angekommenen Fische aufgenommen hat und mit lautem Ruf das Lob der frischen Ware verkündet.
Abb. 16. Festmahl der Offiziere der St. Georgs-Schützen (1627). Im Rathaus-Museum zu Haarlem.
(Nach einer Photographie von Franz Hanfstängl in München.)
Abb. 17. Festmahl der Offiziere der St. Adrians-Schützen. Im Rathaus-Museum zu Haarlem.
(Nach einer Photographie von Franz Hanfstängl in München.)