[56] Die Prophezeihung stimmt mit dem über Ywains Tod in der Mort
Artus Erzählten überein. Mordret spaltet Ywains Kopf mit einem
Streiche seines Schwertes.

[57] Der schönste Ritter der Tafelrunde, der durch die Liebe stirbt, kann kein anderer sein als Tristan. Vgl. supra S. LIII.

[58] Welcher Nascien?

[59] Ob Nascien oder ein anderer ist nicht klar.

[60] Wenn man sich daran erinnert, daß Girflet und Keux, als sie Ywain am __Perron du Cerf__ fanden (vgl. supra S. LVI), ihm ausdrücklich erklärten, daß Artus sie ausgesandt habe, um ihn zurückzubringen, muß man sich wundern, daß die Königin ihm nun, als etwas scheinbar ganz neues, von Artus' Sinnesänderung erzählt.

[61] In der Huth-Hs. fols. 154a-155c (Huth- Merlin II, Seiten 69-73) wird die Jugend Tors, seine Aufnahme in den Ritterstand an Artus' Hochzeitstage und Merlins Prophezeiung über ihn erzählt. Er wird als der Sohn eines Hirten namens Ares beschrieben. Fol. 173c (II, Seite 114) verkündet Merlin, daß Pellinor, nicht Ares, der Vater Tors sei. Tor li fils Ares wird oft auch Hestor li fils Ares genannt, vgl. z. B. den gegenwärtigen Text, Seite 88 Zeile 10 von unten. Neben Tor erwähnt der pseudo-Robert de Borron, allerdings nur in Hinweisen auf im Lancelot erzählte Ereignisse, Hector des Mares wie z. B. fol. 219d (II, S. 228) und fol. 224d (II, S. 240) oder Seite 9 der vorliegenden Ausgabe. Andererseits habe ich in verschiedenen Hss. des Vulgat-Zyklus, in dem Tor nie handelnd auftritt, seinen Namen mit dem Zusatz li fils Ares in den beliebten Aufzählungen von Ritternamen gefunden.

Ob, wie einige glauben, Tor li fils Ares und Hector li fils du roi Ban, gewöhnlich Hector des Mares genannt, beide natürliche Söhne ihrer Väter, ursprünglich ein und dieselbe Person waren, läßt sich aus dem soweit bekannten Material nicht entscheiden, ist aber durchaus nicht unmöglich.

[62] Sire Aglant, der hier erwähnt wird, tritt vorher weder in Hs. No. 112 noch in der Huth-Hs. auf. Die Bemerkung des schwarzen Ritters bezieht sich aber augenscheinlich auf etwas vorher Erzähltes. In der Huth-Hs. fols. 195b-196d (Huth- Merlin, II, Seiten 169-172) wird erzählt, daß Artus dem Könige Pellinor den Auftrag gibt, acht Ritter zu wählen, welche die acht erschlagenen Genossen der Tafelrunde ersetzen sollen. Pellinor nennt von den jüngeren Rittern: Gawain, Gifflet, Keu und entweder Tor oder Baudemagus, und vier von den älteren. In Bezug auf Tor und Baudemagus sagt er: "Or i metes chelui de ces deus qui mieus vous plaira, car certes li uns et li autres i seroit bien souffisans". [Et li rois Artus dist: "Le quel i metes vous?"] Et li rois Pellinor respont: "Certes se jou i metoie le plus preu, a mon ensient, jou i meteroie Tor, car il en est mieus dignes de chevalerie". Die Huth-Hs. ist hier nicht vollständig, denn die in Klammern eingeschlossenen Worte sind eine Konjektur J. Ulrichs. Es ist möglich, daß entweder hier noch mehr ausgelassen worden ist als die Klammern enthalten, oder daß im Urtexte Artus seine Frage nicht an Pellinor, sondern an Aglant richtete. Das letztere scheint mir sehr wahrscheinlich zu sein, denn in der Huth-Hs. widerspricht sich Pellinor offenbar, wenn er erst erklärt, daß Tor und Baudemagus gleich würdig seien und nachher daß Tor der bessere Ritter sei. Im Munde Aglants würde diese Behauptung natürlicher erscheinen. Der pseudo-Robert de Borron erwähnt verschiedentlich Ritter an einer Stelle des Textes und nie wieder.

[63] Als Merlin in der Huth-Hs. fol. 123b (I, Seite 273) den Tod des
Baudemagus durch die Hand Gawains prophezeit, wird nicht erwähnt,
daß er die obigen oder ähnliche Worte zu Baudemagus sagte.

[64] So weit ich mich erinnern kann, ist in dem erhaltenen Teile der
Trilogie des pseudo-Robert de Borron nirgends die Rede von einer
Sünde, durch welche Gaheriet den Tod seiner Mutter (einer
Stiefschwester des Königs Artus) beschleunigt haben soll.